Bauvorhaben: Wo heute die Stadthalle steht, wird ein Seniorenquartier gebaut

Bauvorhaben : Wo heute die Stadthalle steht, wird ein Seniorenquartier gebaut

Die altehrwürdige Stadthalle steht noch, aber ihre Tage sind bekanntlich gezählt. Am Aschermittwoch 2019 ist Schluss. Der Sanierungsaufwand inklusive Brandschutz ist laut Stadtverwaltung zu hoch.

Während noch nicht darüber entschieden ist, wann und wo ein Ersatzbau in Jülich entsteht, lässt sich schon recht genau sagen, was dem Veranstaltungstempel an der Düsseldorfer Straße folgt: ein Seniorenquartier.

Der Komplex, der in Grundzügen schon einmal im Februar 2017 vorgestellt worden ist, umfasst neben der Stadthalle auch das Grundstück der alten Schirmerschule. Beide Immobilien würden also abgerissen. Den Neubau in U-Form plant ein Unternehmen mit Sitz in Jülich: die Wohnanlagen für Senioren und Behinderte Gut Köttenich GmbH (Geschäftsführer Raoul Pöhler).

Gegenüber 2017 ist die Planung leicht verändert worden, wie Verwaltungsleiter Andre Kleinermann bei der Präsentation im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag erläuterte. Auf das Staffelgeschoss — eine gegenüber dem restlichen Baukörper zurückspringende fünfte Etage — wird nun verzichtet. In dem Quartier sollen 80 vollstationäre Pflegeplätze (in Einzelzimmern) sowie 28 seniorengerechte Wohnungen entstehen, die auf Pflege- und Versorgungsdienstleistungen der Gut Köttenich GmbH zurückgreifen können.

Im Unternehmen sind laut Kleinermann rund 1000 Menschen beschäftigt, die ab 2019 in einem Dutzend Wohnanlagen in der gesamten Region tätig sind. Dann nehmen weitere neue Einrichtungen des Unternehmens ihren Betrieb auf. Ein neuer Aspekt der aktuellen Planung sind neun Wohneinheiten, die eigens für eine „Spezialpflege“ ausgelegt sind und Menschen dienen, die beatmungspflichtig sind. Hier gibt es einen großen und wachsenden Bedarf, wie Kleinermann informierte.

Insgesamt soll das Projekt „stadtnahes Wohnen und stationäre Pflege für Senioren ermöglichen und gleichzeitig die Innenstadt beleben“. Dazu wird — wie in der Wohnanlage Am Wallgraben — ein öffentliches Café/Bistro integriert, das an der Düsseldorfer Straße auch eine kleine Außengastronomie bietet. Die Farbgestaltung soll sich an der Umgebung orientieren. Die Front ist in einem hellen Beige-Ton gehalten, die Rückseite in Weiß. Die Parkplätze für Mieter und Beschäftigte befinden sich im hinteren Grundstücksbereich.

Zwischen der Erstellung der beiden Planvarianten lagen 19 Monate, nun aber könnte es recht schnell gehen, wenn die Stadt mit der Gut Köttenich GmbH Einigkeit über den Verkauf der Altimmobilien und Grundstücke erzielt. Der Haupt- und Finanzausschuss hat am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung darüber beraten, das Ergebnis ist noch nicht bekannt. Denn bis zum Ende der Stadthallen-Nutzung am 6. März 2019 dürfte auch die planungs- und baurechtlichen Verfahren erledigt sein.

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