Linnich: „Wir in Linnich” ist voller Ideen

Linnich: „Wir in Linnich” ist voller Ideen

Bei so viel Engagement und Kreativität dürfte eigentlich nichts mehr schief gehen. Mit frischem „Linnicher Wind”, jeder Menge guter Ideen und so mancher Zukunftsvision hat der im vergangenen Jahr gegründete und am 8. Februar 2010 ins Vereinsregister eingetragene Verein „Wir in Linnich” seine Arbeit aufgenommen.

Den Vorsitz führt Kurt Beaujean. An seiner Seite stehen als Stellvertreter Daniel Sauerzapf, Schatzmeisterin Dorothea Gerards, als geborene Mitglieder Bürgermeister Wolfgang Witkopp, Rudi Venrath von Seiten der Werbegemeinschaft, die Beisitzer Klaus Flaskamp und Jürgen Spelthann. Außerdem wurde Markus Gerards in den Vorstand aufgenommen, der die technischen Dinge übernommen hat.

Der junge Verein stellte sich also gut gerüstet der ersten außerordentlichen Mitgliederversammlung, der im Frühjahr eine ordentlich folgen soll, die dann im regelmäßigen jährlichen Turnus stattfindet.

Ins Leben gerufen hat der Vorstand bereits Arbeitsgruppen für Kultur, Freizeit und Sport, Denkmalpflege, Zusammenarbeit mit der Werbegemeinschaft und der Linnicher Geschäftswelt, Kultur- und Veranstaltungskalender, Stadtentwicklung und Stadtmarketing, Organisation und Begleitung von Veranstaltungen in Linnich.

Sie alle sind bereits aktiv geworden. Gemessen an der recht kurzen Zeit hatten die Sprecher dieser Gruppen eine Menge zu berichten. Doch zunächst einmal begrüßte Kurt Beaujean die interessierten Linnicher im Rathaus der Stadt und umriss noch einmal kurz die Ziele des Vereins.

Die Stadt attraktiver zu gestalten, das menschliche Miteinander zu fördern, Ansprechpartner für Bürger, ihre Ideen und Verbesserungsvorschläge zu sein und nicht zuletzt die Vernetzung und Einbeziehung von Vereinen und den 13 Ortschaften sind die Ziele, die man sich gesetzt hat. Viel Arbeit wartete da allerdings auf den Verein, der auf Anregung von Hans Friedrich Oetjen ins Leben gerufen wurde.

Die Leerstände im Linnicher Stadtgebiet - insgesamt 40 Objekte - sprechen eine allzu deutlich Sprache. Hier will der Verein in Zusammenarbeit mit der Werbegemeinschaft aktiv werden. Die Partner arbeiten zurzeit an einem Flyer, der neben einer Auflistung der Ladenlokale auch wertvolle Tipps für alle bereit halten soll, die sich als Geschäftsmann- oder frau in Linnich niederlassen wollen.

So wurde auch an diesem Abend beispielsweise das Landesgesetz angesprochen, das Mieter oder Käufer von Ladenlokalen verpflichtet, Parkplätze von der Stadt zu erwerben. Weiterhin wurde auch berichtet, dass die Zusammenarbeit mit der Werbegemeinschaft gut angelaufen sei.

Radweg rund um Linnich

Positives hat auch die AG zu berichten, die für Tourismus und Freizeit verantwortlich zeichnet. Im Rahmen des Kultursommers wurde der erste Radweg rund um Linnich vorgestellt. Eine Dörfertour war ausgearbeitet worden, die guten Anklang fand. Außerdem gibt es schon einen „Promenadenflyer”, der den Promenadenring beschreibt. „Man soll schon ganze Schulklassen bei der Erkundung des Weges angetroffen haben”, meinte Beaujean.

Den meisten Anwesenden war klar, dass Tagestourismus, die Chance ist, die man in Linnich nutzen und ergreifen muss. Der Ruruferradweg geht direkt an Linnich vorbei, regelmäßig tummeln sich Kanufahrer auf der Rur. Das Deutsche Glasmalereimuseum wäre ein weiterer Besuchermagnet, und auch der Promenadenweg ist ein Pfund, mit dem man wuchern kann. All dies muss nur entsprechend bekannt gemacht werden.

Hier erhofft man sich Hilfe und Unterstützung von der Indeland GmbH, von der Beaujean bereits zu einem Gespräch eingeladen ist. Weiterhin wurde ein Pflanzenmarkt im vergangenen Frühjahr veranstaltet, ein Veranstaltungskalender erstellt, der noch ausgeweitete werden soll. Der Verein war beim Stadtfest präsent und beteiligte sich am Kultursommer.

Momentan ist „Wir in Linnich” dabei, Sponsoren für Sitzbänke zu suchen, die im Stadtgebiet aufgestellt werden sollen. „Linnich im Dialog” ist eine weitere Aktivität, mit der sich der Verein beschäftigt.

Zweimal jährlich will man Linnicher einladen, um Anregungen zu sammeln, Beschwerden anzuhören und zu aktuellen Themen Stellung zu nehmen. Doch damit nicht genug. Beaujean wälzt ehrgeizige Pläne in seinem Kopf. Langfristig möchte er den Volksgartenweg vom Brückchen hinter dem Schießstand bis zum Wehr wieder herstellen.

All diese Pläne und Visionen machen allerdings auch eines deutlich: Alleine bringt der Verein, der dringend weitere Mitglieder und auch Mitstreiter sucht, Linnich nicht auf den Weg.

Er braucht nicht zuletzt die Unterstützung der Bürger aus dem gesamten Stadtgebiet, denn auch die Ortschaften gehören zu Linnich und sollen intensiv mit eingebunden werden. Vielleicht sehen sie sich dann in Zukunft nicht als nur Tetzer, Boslarer, Glimbacher und Floßdorfer, sondern auch als Linnicher.