Windkraft ist weiteres Aufreger-Thema im Gemeinderat Aldenhoven

Werden Millionen in die Schulen investiert? : Windkraft ist weiteres Aufreger-Thema im Gemeinderat Aldenhoven

„Ausverkauft“ war der Sitzungssaal des Aldenhover Rathauses am Donnerstag, als wegen des Andrangs sogar zusätzliche Stühle herbeigeschafft wurden. Zur Tagesordnung standen zwei Aufreger-Themen: Mögliche neue Windräder in Aldenhoven-Ost und die weitere Entwicklung des Schulstandortes, welche die Eltern der Grundschule (GGS) im Zentralort und der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich (GAL) interessiert.

Das Thema Windkraft war relativ rasch erledigt: Der Antrag der FWG-Fraktion, das Anfang Februar vom Rat abgelehnte Verfahren zum Bau von vier Anlagen in Aldenhoven-Ost wieder aufzuschnüren, wurde mit großer Mehrheit und unter Beifall erst gar nicht zugelassen. Die Fraktionsvorsitzenden Georg Krapp (CDU) und Markus Buder (SPD) verwiesen hier darauf, dass die Gemeinde in Sachen Windkraftnutzung das vorgeschriebene Maß seit Jahren erfüllt habe. Gleichwohl dürfte es im Osten des Aldenhovener Gemeindegebietes demnächst neue Anlagen geben, die dann allerdings auf dem Gebiet der Stadt Jülich entstehen dürften.

Ungleich umfangreicher waren zuvor die Beratungen und Beschlüsse zum Schulstandort Aldenhoven, der den Gemeinderat noch eine geraume Weile beschäftigen wird. Zunächst stellten Prof. Klaus Hausmann und Stefan Greuel vom Büro Hausmann Architekten die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für die Schulstandorte Pestalozziring und Schwanenstraße im Zentralort vor. Sie umfassen diverse Varianten für die Unterbringung von GGS und GAL in bestehenden Schulgebäuden, mögliche An- und Neubauten bzw. die Schaffung eines Schulcampus an der Schwanenstraße.

Alle Varianten haben eine Gemeinsamkeit: sie erfordern Investitionen in Millionenhöhe. Da bei solchen Summen speziell eine Stärkungspaktkommune äußerste Vorsicht walten lassen muss, um die eigene Finanzkraft und die der Steuerbürger nicht zu überfordern, wurde die Entscheidung zurückgestellt, eine der Varianten zu favorisieren und dafür eine detaillierte Ausführungsplanung zu beauftragen.

Stattdessen widmeten sich die Fraktionen eingehend der GAL: Die Schaffung der räumlichen Möglichkeit, um die Stufe 8 künftig wieder in Aldenhoven zu beschulen, war schließlich Auslöser für die Machbarkeitsstudie. Jeweils einstimmig verabschiedete der Rat die Anträge der Fraktionen. Thematisiert sind darin unter anderem Maßnahmen, um die Zahl der Anmeldung insgesamt und insbesondere von Kindern aus Linnich bei der GAL zu erhöhen. Im Verhältnis zur Stadt Linnich soll im Schulzweckverband Aldenhoven-Linnich darauf gedrungen werden, die Satzung derart zu ändern, dass festgestellte Missstände beseitigt werden und sich beide Partner „auf Augenhöhe“ begegnen.

Die Leitung der GAL soll über den Zweckverband beauftragt werden, ein pädagogisches Konzept für die Beschulung der Klassen 5 bis 8 in Aldenhoven und 9 bis 13 in Linnich zu erarbeiten. Nicht soll die Gemeindeverwaltung bei der Bezirksregierung nachfragen, ob auch eine Gesamtschule nur für Aldenhoven möglich ist.

(ahw)
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