Jülich: Wie die Germania ein unangenehmer Gegner werden will

Jülich : Wie die Germania ein unangenehmer Gegner werden will

Im Vorjahr feierte Germania Lich-Steinstraß das 90-jährige Vereinsbestehen. Nun gut drei Wochen vor den neuen Saison steht das 25. Sommerturnier auf dem Sportplatz im Möhnewinkel an. „Für uns immer ein tolles Event mit schönen Fußballspielen, aber auch Einlageabenden“, sagt Trainer Daniel Schmitz. Nicht nur über das Jubiläumsturnier, sondern auch über die kommende Saison sprach Helmut Schiffer mit dem Germania-Coach.

Die Saisonvorbereitung ist gestartet. Wie hat sich die Mannschaft gezeigt? Kann man als Trainer schon bei der ersten Einheit das „Brennen“ verspüren?

Schmitz: Die Jungs sind motiviert aus dem Urlaub zurückgekommen und ziehen bis jetzt alle sehr gut mit! Wir alle sind gewillt, die unbefriedigende letzte Saison mit Tabellenplatz 8 vergessen zu lassen und die neue Spielzeit auf jeden Fall besser zu gestalten.

Blick zurück. Mit dem achten Platz in der letzten Saison kann die Germania nicht zufrieden sein. Was waren die Gründe Ihrer Meinung nach, dass es eigentlich nicht wirklich optimal lief? Zu kleiner Kader? Zu viele Verletzungen? Mangelnder Ehrgeiz? Fehlende Reife einiger Akteure?

Schmitz: Nach unserem guten Start haben wir leider eine sehr schlechte Phase gehabt, auch bedingt durch viele Verletzungen. Es stimmt, teilweise haben auch einige nicht die richtige Einstellung an den Tag gelegt. Wenn man in dieser Liga nicht in jedem Spiel 100-prozentigen Einsatz und Laufbereitschaft zeigt, landet man leider nur im Mittelmaß.

Wie sehen die Rückschlüsse aus den vorgenannten Gründen aus?

Schmitz: Klar, auch ich als junger Trainer hinterfrage mich ständig und werde in der neuen Saison genau hinsehen, auf wen ich mich verlassen kann und auf wen nicht. Ich werde versuchen, das richtige Maß zwischen kurzer und langer Leine zu finden.

Der Blick nach vorn: Bekannt sind bisher fünf Abgänge und — Stand heute — sieben Neuzugänge. Reichen diese Veränderungen, um eine erfolgreichere Saison zu spielen?

Schmitz: Das ist nicht der aktuelle Stand. Wir haben neun Neuzugänge, konnten kurzfristig noch die Japaner Tarimura, Kato und Toshiba zu unserem Hirotaka Masushiga verpflichten. Somit gehen wir mit einem größeren Kader und damit auch einem größeren Konkurrenzkampf in die neue Saison, worüber ich mich als Trainer natürlich freue.

Wo sieht der Germania-Trainer sein stärkstes Mannschaftsteil? Wie will er spielen lassen? Wie sieht generell für ihn die Besetzung der Gruppe 3 aus, in der insgesamt acht kreisdürener Vereine spielen?

Schmitz: Im vergangenen Jahr waren wir in der Defensive deutlich stärker als in der Offensive, wo wir einfach zu viele Torchancen liegen gelassen haben. Wir wollen in der neuen Saison variabel spielen lassen, um für unsere Gegner, so erhoffe ich es mir, nicht so einfach berechenbar zu sein. Wir müssen einfach unangenehmer für den Gegner werden, so dass alle anderen Mannschaften einfach ungern gegen Lich-Steinstraß spielen wollen. Die neue Staffel mit den ganzen Dürener Vereinen wird sehr interessant und auch mit Sicherheit sehr stark besetzt sein. Schade ist natürlich, dass Schwarz-Weiß Huchem-Stammeln als einziger Verein aus dem Kreis in die Staffel 4 weichen muss.

Wer ist in Ihren Augen der Favorit auf den Meistertitel? Wo sehen Sie ihre Germania selbst?

Schmitz: Ich denke, bei den Themen Favorit und Meisterschaft führt kein Weg an Absteiger Schwarz-Weiß Düren vorbei. Ebenfalls kann ich mir vorstellen, dass Viktoria Frechen und auch der TuS Langerwehe ein Wort um den Aufstieg mitsprechen können. Bei uns hoffe ich, dass auch wir oben mitspielen können und uns deutlich zur letzten Saison verbessern. Wie gesagt, besonders im Defensivverhalten, denn zuletzt 54 Gegentore bei nur 56 erzielten Treffern sind einfach zu viel.

Mit Marcel Neunfinger kehrt ein alter Bekannter zurück in den Möhnewinkel, er ergänzt das Trainergespann. Welche Impulse sollen von so einem erfahrenen Ex-Spieler und Torwart ausgehen?

Schmitz: Marcel ist hoffentlich ein weiterer wichtiger Baustein in unserem Puzzle und ein Typ, der genau wie ich den unbedingten Willen hat, jedes Spiel gewinnen zu wollen, egal ob es im Spiel oder im Training ist. Er sagt klipp und klar seine Meinung, auch wenn es für den einen oder anderen dann einmal unangenehm sein wird. Aber genau das brauchen wir. Darüber hinaus hat er viel Erfahrung, vor allem auch durch seine dreijährige Zeit bei Viktoria Arnoldsweiler. Er wird mich in der Trainingsführung somit wertvoll unterstützen.

Nach sieben Heimspielen in Folge zum Ende der vergangenen Saison startet Lich-Steinstraß wieder vor eigenem Publikum in die neue Serie: gegen den CfR Buschbell. Ein schwerer Auftakt?

Schmitz: Wir sind froh, dass wir mit einem Heimspiel starten können. Buschbell ist wie jedes Jahr mit ihrem Top Torjäger Cengiz Can immer ein harter Brocken. Wir wollen aber auch vor allem zu Hause eine Macht werden, von daher ist es letztlich egal, gegen wen wir spielen. Wir müssen einfach, wie schon gesagt, dahin kommen, dass unsere Gegner nicht gerne nach Steinstraß kommen.

Welchen Stellenwert hat für Sie die eigene Sportwoche, bei der sie ja auch unter anderem ein Testspiel gegen den FC Wegberg/Beeck bestreiten?

Schmitz: Unsere Jubiläumssportwoche ist für unseren Verein ein ganz wichtiges Event, bei dem wir hoffentlich zahlreiche Zuschauer begrüßen dürfen. Ebenfalls haben wir wieder tolle Themenabende, wie eine kölsche Nacht und eine Ballermann-Mallorca-Fete. Außerdem findet dieses Mal auch ein Fußball-Dart-Turnier statt. Unser Testspielgegner Wegberg-Beeck hat leider absagen müssen, jedoch haben wir als Ersatz Raspo Brand aus der Bezirksliga Staffel 4 gefunden, bei dem wir uns herzlich bedanken, dass sie so kurzfristig eingesprungen sind. Dies wird auch ein sehr guter Test für uns. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf unsere Sportwoche.

In den letzten Spielen der Saison 2017/2018 saßen Sie selbst im Trikot auf der Bank, mussten auf Grund der großen Verletztenserie zu dem einen oder anderen Einsatz ran. Wünscht man sich so eine Situation als Trainer, oder schaut man doch lieber dem Geschehen von der Seitenlinie aus zu?

Schmitz: Wenn meine Gesundheit noch mitspielen würde und ich jünger wäre, würde ich natürlich noch liebend gerne weiter Fußball spielen. Ich bin einfach mit Leib und Seele dabei, aber irgendwann ist leider auch mal Schluss. Als Trainer ist es auf jeden Fall viel besser, wenn man sich das Geschehen von der Seitenlinie aus anschaut. Daher hoffe ich, dass ich dieses Jahr meine Schuhe nicht mehr anziehen muss, was ja bedeuten würde, dass wir nicht so viele Verletzungen haben.

Wie zu hören war, haben sich Vertreter der Germania mit einigen von den „Zehnern“ getroffen. Gemunkelt wurde von „Fusionsgesprächen“. Oder ging es möglicher Weise um die Sportplatzsituation? Stichwort Kunstrasenplatz.

Schmitz: Da kann ich leider nichts zu sagen, weil ich bei diesem Gespräch, wenn es denn stattgefunden hat, nicht dabei war. Aber ich glaube auch, dass da nichts dran sein wird.

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