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Linnich: Werbegemeinschaft Linnich in einer Krise

Linnich : Werbegemeinschaft Linnich in einer Krise

Ursprünglich hatte die Werbegemeinschaft Linnich eine Neuausrichtung für ihre Jahreshauptversammlung am Mittwoch im Lokal „Karla und Röschen“ angekündigt, doch mangels Beteiligung — von 62 Mitgliedern war neben dem Vorstand nur eine Handvoll erschienen — war der Plan von vornherein zum Scheitern verurteilt.

So stand vielmehr die Existenz der Werbegemeinschaft auf der Kippe, denn ursprünglich hatte Rudi Venrath , seit acht Jahren Vorsitzender der Linnicher Kaufmannschaft, geplant an diesem Abend seinen Rückzug anzutreten. Gründe für diesen Schritt legte Venrath in einer persönlichen Erklärung dar. „Die Arbeit macht keinen Spaß mehr“, nannte er in seinen klaren und klärenden Worten vor allem persönliche Vorwürfe und Anfeindungen als Ursache seiner Amtsmüdigkeit. Auch die Zusammenarbeit mit dem Verein „Wir in Linnich“ (WiL) laufe nicht so gut. Vor allem seien die Angriffe von Personen ausgegangen, die sich bei ihrer Meinungsbildung auf Halb- oder Falschinformationen gestützt hätten.

„Ich habe lange überlegt, mich zurückzuziehen“, sagte der Vorsitzende, doch das hätte weitere Rücktritte von Vorstandsmitgliedern nach sich gezogen, wie ihm vor der Zusammenkunft signalisiert worden sei.

„Gemeinsam geht alles besser“, habe er sich letztlich entschlossen, erneut bei der Wahl des Vorsitzenden anzutreten. Diese Abstimmung der Mitglieder erfolgte einstimmig. Venrath dankte für das Vertrauen und appellierte, die Werbegemeinschaft Linnich künftig besser aufzustellen und zu repräsentieren.

Bei den weiteren Vorstandswahlen blieb der Posten des Geschäftsführers weiter vakant, da sich dafür bislang kein Kandidat gefunden hat. Einstimmige Wiederwahlen gab es bei den Beisitzern Maria Lenzen und Holger Cremer, während Brigitte Werden und Doris Brünker zu Kassenprüferinnen gewählt wurden.

„Es ist keine Ende in Sicht“

Kassiererin Jennifer Richter hatte der Versammlung zuvor schon einen rundum positiven Bericht zur Kassenlage des Vereins vorgelegt. Da ihr von Kassenprüferin Küsters eine akribische und leicht verständliche Arbeit bescheinigt worden war, erfolgte einstimmig die Entlastung des gesamten Vorstandes.

Die Pläne der Werbegemeinschaft für das laufende Jahr korespondieren eng mit der Baustelle in der Innenstadt, die bei aller Kritik der Geschäftsleute — „es ist keine Ende in Sicht“ — inzwischen beinahe fatalistisch betrachtet wird.

Geplant fürs laufende Jahr hat die Werbegemeinschaft, abhängig vom Baufortschritt, eine weitere Kindermeile am 16. August sowie die Pflege des Beetes im Bereich Rurdorfer Straße/Ostpromenade. Beim Aufbau der Weihnachtsbeleuchtung und des Wunschzettelbaums soll auch wieder die heilige Familie ihren Platz in der Innenstadt finden, die im vergangen Jahr schmerzlich vermisst worden sei.

„Wir sind eine Gemeinschaft“, erinnerte Vorsitzender Rudi Venrath die wenigen Mitglieder, die gekommen waren, an Sinn und Zweck der Werbegemeinschaft, geschlossen aufzutreten, um die eigenen Interessen nach draußen zu vertreten. „Ich bin ein bischen enttäuscht“, machte er ob der geringen Resonanz aus seinem Herzen keine Mördergrube. Es kann wohl nur besser werden.

(ahw)