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Wahnvorstellungen durch Drogen: Wenn die Polizei den „König von Belgien” betreuen muss

Wahnvorstellungen durch Drogen : Wenn die Polizei den „König von Belgien” betreuen muss

„Drogen machen dich zum Zombie”, warnt die Polizei Jülich in ihrer Pressemitteilung zu zwei kuriosen Vorfällen am ersten Weihnachtstag. Jeweils war massiver Drogenkonsum im Spiel, der bei den Konsumenten zu ganz unweihnachtlichen Wahnvorstellungen führte.

Der erste Fall bescherte einer Familie einen ungeplanten Besuch, denn plötzlich wollte ein 30-jähriger Belgier - den Personen im Haus gänzlich unbekannt - Einlass in ihre Wohnungen. So verständigten sie gegen 20.20 Uhr die Polizei, die dann nach Kirchberg ausrückte.

Der ungebetene Gast war, wie sich herausstellte, mit einem Transporter aus dem Grenzland angereist und hatte die Orientierung durch seinen Konsum verloren. Davon zeigte er sich jedoch wenig beeindruckt und stellte sich den Beamten als „König von Belgien” vor.

Seinen Einfluss und Wohlstand wolle er geltend machen, um alle Polizisten zu entlassen, kündigte er an. Da er sich auch weiterhin aggressiv verhielt und starke Stimmungsschwankungen aufwies, wurde er direkt mit auf die Wache genommen. Trotz der kuriosen Story macht die Polizei nochmals auf die Gefahren von Drogen aufmerksam, schließlich war der Mann in seinem Zustand mit dem Auto unterwegs und mit seiner Aggressivität auch eine Gefahr für andere Menschen - wie sich später zeigte, als er auch noch gefesselt werden musste. Denn seine Angehörigen, denen der Vorfall mehr als unangenehm war, hatten zuvor bereits Besuch von dem 30-Jährigen erhalten und waren außerstande mit ihm zurecht zu kommen.

Doch es blieb nicht der einzige Fall dieser Art: Die Polizei Jülich musste am zweiten Weihnachtstag um 9.30 Uhr zu einem Autobahnrastplatz ausrücken. Ein junger Mann war in einem Reisebus unterwegs und kam von einem Musikfestival. Die Mitreisenden informierten die Beamten darüber, dass er einen „Cocktail von Drogen” konsumierte und am Rastplatz abgehauen war. Im Stadtteil Koslar traf die Polizei dann den 20-Jährigen an, in dessen Wahnvorstellungen seine Freunde zu bedrohlichen Gestalten worden, weshalb er auch die Rückfahrt im Bus verweigerte. Auf der Wache kümmerte sich um den Mann bis seine Angehörigen aus Rheinland-Pfalz angereist waren, um ihn abzuholen.

(red/pol)