Jülich: Wenn an den Feiertagen die Pflicht ruft

Jülich: Wenn an den Feiertagen die Pflicht ruft

Während die meisten Menschen an Heiligabend nicht arbeiten müssen, sich um die letzten Vorbereitungen für das Fest kümmern können, gibt es einige Berufsgruppen, die das öffentliche Leben im Land aufrecht halten. Menschen, die bereit sind, auch an Weihnachten zu arbeiten, wie zum Beispiel Andrea Orfici.

Sie ist Krankenschwester und stellvertretende Stationsleitung im St. Elisabeth Krankenhaus, heute im Frühdienst und am 2. Weihnachtsfeiertag im Spätdienst eingeteilt. Orfici kümmert sich um das Wohlergehen der Patienten ihrer Station, pflegt die Kranken, deren Gesundheitszustand es nicht zulässt, über die Feiertage nach Hause zu gehen. Der Arbeitsablauf sei wie üblich, sagt Orfici, aber: „Wir versuchen auf der Station für weihnachtliche Stimmung zu sorgen.“

Norbert Hall, Taxifahrer, hat an Heiligabend besonders viel zu tun. Foto: Mengel-Driefert Foto: Daniela Mengel-Driefert

Ein Weihnachtsbaum stehe festlich geschmückt auf dem Stationsflur, Lieder werden im Gruppenraum gesungen, weihnachtliche Musik gespielt. Ehrenamtliche Mitarbeiter unterhalten Patienten mit Brettspielen.

Jürgen Hürtgen ist an Heiligabend im 24 Stunden-Dienst.

Auch Taxifahrer sind an Weihnachten gefragt, sogar mehr als an vielen anderen Tagen des Jahres. Den Dienst tritt am heutigen Heiligabend auch Norbert Hall vom Taxiunternehmen Matzerath in der Helmholtzstraße an. Er ist komplett an allen Feiertagen unterwegs.

„Da ist viel zu tun,“ sagt er. Die Fahrten gingen häufig zur Kirche, ältere Menschen möchten zu ihren Familien gebracht werden. Ab 22 Uhr seien vor allem Jugendliche unterwegs. Sie wollen in die Disco gefahren werden, andere wiederum zum „Ball der einsamen Herzen“ in die Pulvermühle.

Da Weihnachten auch für ihn eine besondere Zeit sei, ziehe er sich festlich an. Das machten die Fahrgäste auch, sagt Hall. Um ein bisschen Weihnachtsstimmung in den Wagen zu holen, wird er einen Schokoladen-Weihnachtsmann auf das Armaturenbrett stellen.

Ein bisschen festlich wird sich Jürgen Hürtgen seinen Dienst bei der Feuerwehr ebenfalls gestalten. Sein Dienst ist 24 Stunden lang, von 8 Uhr morgens bis zum nächsten Tag. Es sei zwar ein ganz normaler Arbeitstag, sagt der Leiter der Feuerwache Jülich, aber seine Familie wird kurz vorbei kommen. „Für unseren Sohn gibt es dann eine kleine Bescherung“.

Die Feuerwehr in Jülich hat sieben hauptamtliche Kräfte, im Wechsel werden die Feiertage abgedeckt, das gehe reihum. Der Notruf komme zwar über die Rettungsleitstelle Düren, doch sei er für Rückfragen zuständig, muss Störmeldungen vom Ordnungsamt annehmen, kontrolliert die Überwachung der Tiefgarage am Parkhaus Schlossplatz und vieles mehr.