Parkfest im Jülicher Brückenkopfpark: Ware aus Madagaskar, Marokko und Freialdenhoven

Parkfest im Jülicher Brückenkopfpark : Ware aus Madagaskar, Marokko und Freialdenhoven

Accessoires, Börsen, Gürtel und Taschen aus Büffelleder: Das Parkfest rund um den Jülicher Brückenkopf war am Wochenende bei gutem Wetter ein Besuchermagnet. Als Höhepunkte gab es zweimal täglich eine Akrobatik-Show

„Das ist wie fairer Handel ohne Zertifikat, eine Win-Win-Situation“. So beschreibt Erik Heinzelmann aus dem Vannerie-Korbwaren-Handel „Le lutin noir“ (der schwarze Wichtel) seine angebotene Handwerkskunst aus Madagaskar und Marokko. Kleine, kunsthandwerklich arbeitende Familien fertigen sie vor Ort. Weil die Produktionskette ohne Zwischenhändler kurz ist, werden sie nicht ausgebeutet. In Madagaskar sind ansprechende bunte Echsen oder riesige Giraffen aus Bast entstanden, aber auch Spielzeugautos, die kunstvoll aus Blech und Metall recycelt werden. „Das erste Modell mit den richtigen Biegungen dauert mehrere Tage, dann werden Schablonen angefertigt“, weiß Heinzelmann von seinen Besuchen vor Ort.

Aus Marokko stammen die meist ungefärbten Korbwaren, die durch Schlichtheit und Stabilität bestechen. Das Angebot ist ein Beispiel aus dem Handwerkermarkt, der sich im Rahmen des zweitägigen Parkfestes im Lindenrondell des Brückenkopfparks präsentierte – bei wunderschönem Spätsommerwetter. Ein zweites, lokales Exempel aus der breit gefächerten Palette aus Kunstprodukten, exklusiver handgefertigter Kleidung, Schmuck, Taschen, Weinen und Kulinarischem ist der „Hof Flecken“ aus Freialdenhoven, der mit ansprechenden Kürbisarrangements auf Strohballen und mit hausgemachten Kürbisprodukten lockte. „Es gibt so tolle Kürbisse, wir machen was draus“, sagte Inhaberin Katharina Flecken. „Vom Korn bis ins Glas liegt alles in Familienhand“, betonte Schwiegersohn Camill Kowol.

Die aromatischen Kürbismarmeladen waren etwa mit Calvados, mit Blutorange oder Ingwer verfeinert, ungewöhnlich herzhaft eignet sich die „fabelhafte Amelie“ sogar als Ergänzung zum Käsehäppchen. Aus Holland kamen etwa extra winterharte Amaryllis, Hyazinthen und Tulpen, blühender Farm oder Steppenkerzen. Aus der Mongolei stammten hochwertige Tagesdecken, Schals, Mützen oder Hausschuhe aus Kaschmir- oder Kamelwolle sowie Schafs- oder Yakwolle, filigran gearbeitete bunte Jacken hatten eine weite Reise aus Nepal zurückgelegt.

Accessoires, Börsen, Gürtel und Taschen aus Büffelleder zählten genauso zur Offerte wie exotische Essigsorten und Öle. „Life is too short to wear boring jewelry“ (Das Leben ist zu kurz, langweiligen Schmuck zu tragen), lautete ein Werbespruch für handgefertigte Geschenkideen. „Heidi‘s Nagelstudio“ aus Stolberg verblüffte mit kreativ gestalteten Accessoires und Oberteilen mit Gothic-Touch. Auch „Stoffpakete für Selbermacher“ verbargen sich im Marktgeschehen. Ein Laierkastenmann bediente zugunsten der Kinderkrebshilfe Aachen die Drehorgel, der urige gelbe Citroen HY war mit seinem großen Kaffee- und Weinangebot präsent. Unter den kulinarischen Speisenangeboten fielen Flammkuchen ins Auge, die auf Anfrage auch gerne vegetarisch und vegan zubereitet wurden.

Als Höhepunkte des Parkfestes trat zweimal täglich das Vertikaltuchduo Julia Staedler und Elle Urban auf, die unter „La Mer“ firmieren. Ausdrucksstark und grazil tanzten die weiß gekleideten Vertikalseilakrobatinnen in zwei herabhängenden Tüchern, drehten Pirouetten, zeigten rasante Abfaller und schwangen sich wieder elegant empor. Sie begeisterten die Besucher mit einer emotionsgeladenen Show vor der „Sportbühne“ am Lindenrondell. Besonders gut besucht war der Sonntag, an dem die Gäste vom gesamten Parkangebot einschließlich des geöffneten Hochseilklettergartens profitieren konnten.

(ptj)
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