Vortrag in Jülich: Kathedrale als Friedenssymbol

Mitwochsclub des Jülicher Geschichtsvereins : Kathedrale von Reims als Friedenssymbol

Im Rahmen des „Mittwochsclubs“ von Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V. und Museum Zitadelle Jülich findet in der Schlosskapelle der Zitadelle Jülich ein weiterer Vortrag statt. Dr. Iris Nestler referiert anlässlich der 100. Wiederkehr des Endes des Ersten Weltkriegs am Mittwoch, 31. Oktober 2018, um 19.30 Uhr über das Thema: „Die Kathedrale von Reims – ihr Schicksal 1914 – ihr Wiederaufbau und ihre Kapellenfenster als eine Geste der Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland.“

Die Bombardierung der Kathedrale von Reims am 19. September 1914 durch die deutsche Artillerie traf Frankreich ins Mark. In ihrer Funktion als Krönungskathedrale der französischen Könige stellte dieser besondere Sakralbau jedoch nicht nur ein politisches Ziel dar. Im Ersten Weltkrieg spielte neben der kriegerischen Handlung gegen die französische Nation auch die Zerstörung einer vom Adel beherrschten Gesellschaftsordnung eine Rolle.

Mit ihrer Teilnahme beim Versöhnungsgottesdienst am 8. Juli 1962 begannen Charles de Gaulle und Konrad Adenauer, eine Freundschaft beider Nationen aufzubauen, die zum Élysée-Vertrag von 1963 führte. Zur 50-Jahrfeier dieser Freundschaft und zur 800-Jahrfeier der Kathedrale wurde der deutsche Künstler Imi Knoebel beauftragt, sechs Kapellenfenster für den damals zerstörten Teil der Kathedrale zu entwerfen, 2015 drei weitere als ein Geschenk Deutschlands an Frankreich.

Der Vortrag zeigt Geschichte, Architektur und Glasmalerei als eine kulturelle Brücke zwischen zwei Nationen mit ihren – annähernd – Parallelbeispielen in der Liebfrauenkirche Trier (Jacques Le Chevallier), im Essener Dom (Alfred Manessier), in St. Stephan Mainz (Marc Chagall) und im Straßburger Münster mit dem Europafenster von Max Ingrand.