Jülich: Vorerst kein neuer Geschäftsführer im Brückenkopf-Park

Jülich : Vorerst kein neuer Geschäftsführer im Brückenkopf-Park

Das Verfahren war gründlich, aber vorerst wohl vergeblich. Niemand von den 53 Frauen und Männern, die sich um den Job an der Spitze der Geschäftsführung der Brückenkopf-Park gGmbH beworben haben, wird ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit bekommen.

Am Mittwochabend diskutiert zunächst der Haupt- und Finanzausschuss nichtöffentlich über die Personalfrage, kommende Woche der Stadtrat. Es zeichnet sich ab, dass eine Mehrheit dem Vorschlag von Bürgermeister Axel Fuchs folgt und den Beschluss aufhebt, schnellstmöglich die Nachfolge von Dr. Dorothee Esser zu regeln, die die große Freizeiteinrichtung im Sommer 2017 aus privaten Gründen verlassen hat. Weil sich Rahmenbedingungen geändert hätten, sollten zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Fakten geschaffen werden, sagte der Bürgermeister auf Anfrage der Redaktion.

Seit dem Spätsommer 2017 waren viele Gremien damit beschäftigt, das weitere Vorgehen zu organisieren. Politik und Verwaltung kamen überein, die Lücke schnellstens zu schließen. Der Arbeitskreis Brückenkopf-Park und der Aufsichtsrat formulierten Anforderungen und eine Ausschreibung, die der Stadtrat absegnete. Sie enthielt eine „Residenzpflicht“, also die Maßgabe, dass der oder die Bewerber im Bereich der Stadt Jülich wohnen sollten. Aus dem Kreis der 53 Kandidatinnen und Kandidaten haben Personalexperten der Verwaltung eine Vorauswahl getroffen.

Am Jahresanfang war eine Handvoll Bewerber übrig geblieben — der „Favoritenkreis“. Dann war geplant, dass die Auserwählten ihre Vorstellungen dem Rat vorstellen, der die Entscheidung zu fällen hat. Zum letzten Schritt in dem Verfahren kam es nicht mehr, weil der Bürgermeister auf die Bremse trat. Er werde den Fraktionen vorschlagen, den Beschluss aus dem Vorjahr aufzuheben und den „Konzern Stadt Jülich“ mit seinen Gesellschaften — von der Stadtentwicklungsgesellschaft über die Stadtwerke bis zur Park GmbH — von einem externen Gutachter untersuchen zu lassen. Der solle die Konzernstruktur prüfen und optimieren (Kosten: etwa 50.000 Euro). Axel Fuchs, Interims-Geschäftsführer im Park, sieht die Gesellschaft stark genug aufgestellt, noch eine Weile ohne Vollzeit-Spitze zu überbrücken.

Das Prüfen des „Konzerns Jülich“ sei einerseits aus steuerlichen Gründen von Bedeutung. „Und was wird zu den Bereichen Kultur und Park gesagt: Sollte man sie zusammenlegen — oder getrennt lassen? Ist es vielleicht sinnvoll, eine Event-GmbH zu gründen?“, listet Fuchs Fragen an den Gutachter auf. Das geschehe auch vor dem Hintergrund, dass es vielleicht den Neubau eines soziokulturellen Zentrums am Kulturbahnhof (Stadthalle) geben könnte. Dadurch würden neue Kooperationen städtischer Einrichtungen notwendig und auch ein verändertes Anforderungsprofil an die Chefetage im Park.

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