Linnich: Von Gemeindeprüfern brüskiert

Linnich: Von Gemeindeprüfern brüskiert

Im Rathaus schüttelt man den Kopf: Die Gemeindeprüfungsanstalt NRW (GPA), die die Stadt Linnich unter die Lupe genommen hatte, hat den Termin für die Schlussbesprechung und die Übergabe des Prüfberichts platzen lassen - mit einem Anruf beim Hausmeister.

Der Termin war der 24. Januar So ließ Beigeordneter Hans-Josef Corsten den Haupt- und Finanzausschuss auf dessen letzter Sitzung wissen.

Doch am Mittwoch dieser Woche griffen die Prüfbeamten zum Telefonhörer und wählten die Nummer der Linnicher Stadtverwaltung.

„Die haben dem Hausmeister mitgeteilt, dass der für den 24. Januar angesetzte Termin für die Übergabe des Prüfberichts mit Abschlussbesprechung nicht stattfinden wird.” Mit der Bitte um „Weitergabe” endete das Gespräch.

So schilderte Bürgermeister Wolfgang Witkopp in der jetzt anberaumten Sitzung des Haupt-und Beschwerdeausschuss den neuen Sachverhalt. Mehr wisse man auch nicht, äußerte sich Hans-Josef Corsten auf Nachfrage.

„Ich werde jetzt noch einmal beim Hausmeister nachfragen, ob es vielleicht doch noch eine Erklärung gegeben hat”, schüttelt auch der Beigeordnete über diese Art der Kommunikation seitens eines landeseigenen Prüfamtes den Kopf.

Dass man im E-Mail-Zeitalter zu dieser Art von Kommunikation greift, sei mehr als unverständlich.

So liegt denn der Verdacht nahe, dass die Prüfer von Linnich über die Art und Weise, wie ihre Arbeitsweise von den dortigen Politikern kommentiert wird - unter anderem war von Unprofessionalität die Rede - verschnupft sind.

„Man kann doch wenigstens über den Grund der Absage informiert werden”, sagt Corsten. Er hofft, dass er den Mitgliedern des Finanz-und Personalausschuss bei der für Mittwochabend anberaumten Sitzung eine entsprechende Antwort geben kann.

Hoffnungen, dass dann endlich die Beratungen über den Entwurf der Haushaltssatzung 2012, als Tagungspunkt 11 angesetzt, beginnen werden, die hat er nicht. Denn schließlich waren sich alle Fraktionen einig, erst mit diesen Beratungen zu beginnen, wenn man den Prüfbericht samt Abschlussbericht in Händen hält.

Getagt hat der jetzige Ausschuss aber trotzdem. Man erteilt, vorbehaltlich der Abstimmung im Rat am kommenden Donnerstag, der Werbegemeinschaft Linnich die Genehmigung, anlässlich des Stadtfestes und der Autoschau am 22. April einen verkaufsoffenen Sonntag durchzuführen.

Da jährlich an bis zu vier Sonn-und Feiertagen Verkaufstellen bis zu einer Dauer von fünf Stunden geöffnet werden können - so sieht es das Ladenöffnungsgesetz NRW vor - empfiehlt der Ausschuss eine diesbezügliche Verordnung.

Denn schließlich, so die Argumentation, sei für das laufende Jahr ja noch kein verkaufsoffener Sonntag in Linnich beantragt worden.

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