Semesterbeginn in Jülich: Vom Wohnraum in der Studentenstadt

Semesterbeginn in Jülich : Vom Wohnraum in der Studentenstadt

Zum Semesterbeginn sind WG und Co. wieder besonders begehrt, denn viele Studenten sind auch in Jülich auf der Suche nach einer Wohnung. Welche Alternativen es gibt und warum Studenten in Jülich noch vergleichsweise glimpflich davon kommen.

Wohnungsnot, Knebelverträge und Wucherpreise – in größeren Städten und Studentenhochburgen ist bezahlbarer Wohnraum zu einem echten Problem geworden. Gerade jetzt, zu Semesterbeginn, sind wieder viele Studenten auf der Wohnungssuche. In den Studentenstädten in der Umgebung herrscht akute Wohnungsnot. Vermieter verlangen horrende Preise für Minizimmer und fordern alles ein, von den Gehaltsauszügen der Eltern, über SCHUFA-Auskunft bis hin zur Elternbürgschaft. Als Mieter bleibt nichts anderes übrig, als dies klaglos zu akzeptieren, da die Nachfrage riesengroß ist und das Zimmer ansonsten anderweitig vergeben wird. Auch in Jülich sind viele Studierende zurzeit auf der Suche. Dabei bieten sich hier verschiedene Möglichkeiten für Unterkünfte.

Das Studierendenwerk Aachen, das in Kooperation mit der FH Jülich arbeitet, ist verantwortlich für die drei Wohneinheiten in Jülich, zwei davon unmittelbar am Campus. Die günstigsten Zimmer starten hier bei 187 Euro warm. Alle drei Wohnheime mit insgesamt etwa 450 Plätzen sind zurzeit voll belegt. Deshalb müssen Interessenten eine gewisse Wartezeit in Kauf nehmen. Mit etwa 400 Wartenden ist die Liste nicht kurz, wobei Birgit Anhalt, die Leiterin der Wohnheimverwaltung in Jülich, darauf hinweist, dass sich nur etwa 200 dieser Studierenden für das kommende Wintersemester einen Platz erhoffen. In Aachen stehen im Vergleich dazu ungefähr 4.000 Studierende auf der Warteliste.

Dabei kann die Wartezeit ganz unterschiedlich ausfallen und auch schon mal mehrere Monate betragen. Da an der FH Jülich das Studium nur zum Wintersemester beginnt, ist es gerade zu dieser Zeit schwierig, weil viele Studierende nach Wohnraum suchen. „Wenn man aber bereit ist, sich auf alle drei Wohnheime zu bewerben und nicht wählerisch ist, ob es ein Apartment oder eine WG sein soll, dann kann es auch schon mal schneller gehen“, so Anhalt. Allerdings bewerben sich viele Studierende auch einfach zu spät. „Wenn man jetzt erst nach einer Wohnung guckt, ist das schwierig. Sobald man darüber nachdenkt, in Jülich zu studieren, sollte man sich auf die Wohnheime bewerben. Das ist mein Tipp“, erklärt Anhalt. Die Bewerbung ist kostenlos und online möglich. Zum Zeitpunkt der Bewerbung ist es nicht notwendig, an der Fachhochschule Jülich schon eingeschrieben zu sein. Bewerber müssen jeden Monat ihr Interesse per Mail rückbestätigen, um auf der Warteliste zu bleiben.

Der Solarcampus 2 des Studierendenwerkes: Hier warten zu Semesterbeginn bis zu 400 Studenten auf ein Zimmer. Foto: Cara Dühr

Es gibt neben den Wohnheimen des Studierendenwerkes natürlich auch noch andere Möglichkeiten, um als Student in Jülich zu wohnen. Direkt an der Fachhochschule befindet sich das „Studentendorf“, das von einem privaten Anbieter betrieben wird. Es umfasst Wohnraum für etwa 150 Studierende. „Es ist ein wenig teurer als die Wohnheime des Studierendenwerkes“, erzählt FH-Student Tristan Lengeling, dennoch fühlen er und sein Kommilitone Samy Grimen sich im Studentendorf sehr wohl. „Die Gemeinschaft ist toll. Jeder hilft jedem“, beschreibt Lengeling das Miteinander. Auch hier gibt es das Wartelistenprinzip, wobei die beiden Studenten den Tipp geben, nach der Anmeldung auch mal persönlich bei den Wohnheimen vorbeizuschauen. „Wenn man eine Wohnung sucht, muss man außerdem Beziehungen haben. Am besten fragt man auch mal auf Facebook oder in WhatsApp-Gruppen nach, ob irgendwo etwas frei ist“, verrät Grimen.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, nach Privatwohnungen zu suchen. „Oft sind die WGs aber nicht in Jülich selbst, sondern etwas weiter außerhalb“, so Grimen, der ein Jahr in einer WG in Linnich gelebt hat, bevor er in das Studentendorf gezogen ist. „Wenn du kein Auto hast, ist das meistens etwas schwierig mit der Anbindung.“

Obwohl die Wohnungssuche in Jülich auch nicht ganz einfach ist, sind sich aber Anhalt und die beiden Studenten einig, dass es in Jülich keine solche Wohnungsnot gibt wie in den größeren Studentenstädten der Umgebung. Wer etwas Zeit und Geduld mitbringt, findet hier leichter einen guten und bezahlbaren Platz zum Wohnen.

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