Jülich: Vielschichtige Frauenpower auf der Bühne

Jülich : Vielschichtige Frauenpower auf der Bühne

Im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Jülich hat die „Female Singers Nite“ mit einem abwechslungsreichen Programm stattgefunden. Stets standen bei den fünf Gruppen, die ihre Musik zu Gehör brachten, die weiblichen Musiker im Fokus. Allerdings durften auch die Männer auf der Bühne nicht fehlen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von „Katja & Friends“ mit Katja Forg (Gesang, Shaker), Hermann Forg (Cajon) und Sascha Albrecht (Akustik-Gitarre) durch den Titel „Let it rain“ von Amanda Marshall.

Bei weiteren Covern war auch „Watch over you“ von Alter Bridge in einer ruhigeren Akustikversion mit dabei. Zu dem Thema des Abends sagte die Sängerin Katja Forg, deren Stimme auch schon bei Formaten wie „Let’s Dance“ zu hören war: „Es ist gut, dass Frauen außerhalb ihrer Bands hervorgehoben werden.“

Sie übergab das Mikrofon Veranstalterin Virginia Lisken (Gesang, Gitarre) und Ute Dahm (Gesang, Mundharmonika), die zusammen mit Jo Lisken (Cajon) und Peter Rodenbusch (E-Gitarre) ihre Musik auf der Bühne vorstellten. Neben Covern, wie beispielsweise „Ride on“ von Christy Moore, hatte Lisken dabei auch zwei brandneue, eigene Titel mit im Gepäck. Darunter auch „Melodies Won’t Stop“. „Das ist ein Song über meinen verstorbenen Vater, der mich zu meiner Musik inspiriert. Durch ihn habe ich das Gefühl, nie alleine auf der Bühne zu stehen“, erklärte sie. Unter eigenen Tränen und lautem Applaus der Zuschauer beendeten die vier mit diesem emotionalen Titel den Auftritt.

Einen Auftritt ganz anders als die vorherigen Bands, absolvierte das Duo „Hellrick“, das aus Christine Hellweg (Gesang, Keyboard-Synthesizer) und Michael Rick (Gitarre, Hintergrundgesang) besteht. Sie haben sie Musik mit Tiefgang verschrieben. Denn die Beiden hatten sich für den Auftritt lyrische Texte mit schwierigen Themen ausgesucht, die sie mit eigenen Melodien eigens für den Auftritt vertonten.

Darunter beispielsweise „Schlaflied für die Sehnsucht“ von Selma Merbaum-Eisinger. „Die Gedichte von ihr sind uns heute durch Umwege überliefert worden, und es sind Texte, die unter die Haut gehen“, sagte Christine Hellweg. In dem Gedicht wird jede Hoffnung aufgeben. Der Text entstand kurz vor Merbaum-Eisingers Tod aufgrund antisemitischer Verfolgung.

Anja Scholz (Gesang) und Simon Langenbrick (Gesang, Gitarre, Percussion) hatten als „Catwalk the Plank“ Lieder zum Mitsingen ausgewählt. Darunter beispielsweise „Black Horse and a Cherry Tree“ von KT Tunstall oder den Song „Ain’t Nobody“, der sich allerdings an der Originalversion von Chaka Khan orientierte.

Eigene Songs

Last but not least zeigten „No Souvenirs“ ihr Können. Mit Nic Flame (Nicole Talke) am Mikrofon, Blake Wilder (Björn S.) an der Gitarre und Christoph W. am Cajon spielte die Gruppe eigene Titel wie „Burning“ — einen Song über den Triumph über Herzschmerz.

Auch Cover wie „Like the Way I Do“ von Melissa Etheridge fanden ihren Platz. Doch nach dem Auftritt der letzten Band fand die Veranstaltung noch nicht ihr Ende. Bei Amy McDonalds „This is your Life“, der von „No Souvenirs“ gespielt wurde, sprangen die weiblichen Akteure spontan auf die Bühne. Auch Jo Lisken gesellte sich mit seinem Cajon zu den anderen. Unter Applaus fand der Abend schließlich sein Ende.