Viele gedenken der Zerstörung Jülichs im zweiten Weltkrieg

Alliierter Luftangriff 1944 : Viele gedenken der Zerstörung Jülichs vor 74 Jahren

Es war die dunkelste und blutigste Stunde in der Geschichte der Stadt Jülich. Am Freitag, 16. November 1944, gegen 15.25 Uhr wurde die Stadt Jülich bei einem Luftangriff fast vollständig zerstört.

Sie erlitt ein ähnliches Schicksal wie Düren an diesem Tag. Als die Kirchenglocken am Freitagnachmittag läuteten, hatten sich so viele Menschen wie schon lange nicht am Mahnmal auf dem Schlossplatz eingefunden, um der Zerstörung zu gedenken. Bürgermeister Axel Fuchs wertete die große Anteilnahme als gutes Zeichen. Allerdings monierte er, dass die junge Generation so gut wie gar nicht vertreten war. „Es ist gut, dass die Zeitzeugen von den Ereignissen berichten. Und es ist die Aufgabe der Jungen, diese Erinnerungen zu bewahren“, sagte er.

Fuchs stellte auch den Bezug zu den Veranstaltungen her, mit denen im Jülicher Land zuletzt an die Pogromnacht vor 80 Jahren erinnert wurde. Beide Ereignisse, Pogromnacht und Zerstörung, stünden im Bezug zueinander. „Das verbrecherische NS-System war auch in Jülich tief verwurzelt.“ Es habe des Eingreifens der Alliierten bedurft, um das NS-System zu stürzen und Deutschland zu befreien.

„Diese Tatsache sollte uns allen vor Augen führen, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist“, fuhr Fuchs fort. Sie müsse mit aller Macht verteidigt werden. Sorgen mache er sich aufgrund der Veränderungen im Parteiensystem in Deutschland und anderen europäischen Staaten. Mut mache ihm die Art, auf die Jülicher Schüler das Thema Pogrom bearbeitet haben. Fuchs lud alle Anwesenden ein, das Ergebnis der Schularbeiten ab dem 23. November im Rathaus zu betrachten.

(jan)
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