Titz: Versiegelte Flächen: 401 Abweichungen

Titz: Versiegelte Flächen: 401 Abweichungen

Ein externes Ingenieurbüro hat im Auftrag der Gemeinde Titz überprüft, ob die Angaben von Eigentümern über die versiegelten Grundstücksflächen stimmen.

Die vorliegenden Daten sind Selbstauskünfte, und auf dieser Basis wurde die Niederschlagswassergebühr festgesetzt.

Die Kontrolleure haben 605 Haushalte nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und nicht wenige Unregelmäßigkeiten festgestellt. In 401 Fällen „überschreitet die versiegelte Fläche ... die gemachten Angaben”, hat die Titzer Verwaltung dem Haupt- und Finanzausschuss und nun auch dem Gemeinderat mitgeteilt. Die Überprüfung sei „im Sinne der Gebührengerechtigkeit” erforderlich.

Die Kommunalpolitik - allen voran Helmut Paar (CDU) - gab dem Bürgermeister mit auf den Weg, in der Angelegenheit äußert sensibel vorzugehen, um keine Wogen der Empörung loszutreten. Jürgen Frantzen sieht das genau so und versprach: „Wir suchen den kommunikativen Weg.”

Im nachträglichen Gespräch mit der Redaktion konstatierte der Verwaltungschef allerdings auch, dass „das Ingenieurbüro den Auftrag nicht ganz zur Zufriedenheit ausgefüllt hat”. So seien zwar die versiegelten Flächen kontrolliert worden, nicht aber, ob diese nun an den Kanal angeschlossen sind oder nicht. Das müsse nachgearbeitet werden. „Wir machen das bürgerfreundlich im Dialog mit den Abgabepflichtigen.”

Die nun vorliegenden Ergebnisse unterscheiden sich indes deutlich von den Angaben der Gebührenpflichtigen. In 66 Fällen gibt es wenig problematische Abweichungen von bis zu zehn Prozent. Das kann zum Beispiel dadurch passiert sein, dass die Dachfläche des Hauses korrekt ermittelt worden ist, aber der Dachüberstand vergessen wurde. 335 der Stichproben aber weichen um mehr als zehn Prozent ab.

Die Betroffenen werden nun individuell informiert und gebeten, sich mit der Verwaltung in Verbindung zu setzen, um Probleme und Unstimmigkeiten im Vorfeld der Gebührenbescheiderteilung auszuräumen. 33 Eigentümer haben den Zugang zum Grundstück übrigens verweigert und werden nochmals über ihre Mitwirkungspflicht informiert.

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