Jülicher Land: USA-Spiel: In Walter Müllers Brust schlagen zwei Herzen

Jülicher Land: USA-Spiel: In Walter Müllers Brust schlagen zwei Herzen

Das Fußballfieber steigt vor dem Gruppenfinale bei der WM am Donnerstagabend zwischen den USA und Deutschland. Auch bei dem Gastronom Walter Müller, der in Kofferen einen Brauereigasthof betreibt.

Müller wurde zwar in Chicago geboren, lebt aber bereits seit 1992 dauerhaft in Deutschland. Sein Großvater stammt aus Fulda, die Oma aus Köln und Müllers Vater wurde auch noch in der rheinischen Domstadt geboren, bevor die Familie in den 1920er Jahren nach Amerika auswanderte. In den 1960er Jahren verbrachte Müller bereits ein paar Jahre in der Heimat seiner Vorfahren, als sein Vater bei der Nato beschäftigt war. Aus dieser Zeit stammt auch seine früheste Erinnerung an den Fußballsport, nämlich die WM 1966 in England mit dem berühmten Wembley-Tor beim Finale in London, das er gespannt im Fernsehen verfolgte.

Zurück in den Vereinigten Staaten kam er mit diesem Sport wieder in Berührung, als seine Söhne in der Schule Fußball spielten und so versucht wurde, die Basis für diese Sportart zu legen und ihre Popularität in den Staaten zu steigern.

So ist über die Jahre das Interesse Müllers am Fußball wach gehalten worden. Heute interessiert er sich insbesondere für besondere Events wie die laufende Weltmeisterschaft. Für das zweite Spiel der US-Boys gegen Portugal, das erst um Mitternacht unserer Zeit angepfiffen wurde, hat er sich sogar die halbe Nacht zum die Ohren geschlagen. Zwar bedauert er Portugals Ausgleichstreffer in buchstäblich letzter Minute, zollt jedoch der artistischen Leistung des Schützen sportlich fair seinen Respekt.

Für das Spiel am Donnerstag tut Müller sich schwer mit einem Tipp: „Es kommt auf die Tagesform an“, mag er kein Ergebnis vorhersagen. Sein Bauchgefühl sage ihm aber, dass Deutschland am Ende die Nase vorn haben werde. Auf jeden Fall ist er schon sehr gespannt auf die Begegnung, „die ich auf keinen Fall verpassen will“.

Doch egal, wie das Spiel letztlich ausgeht und wer sich für das Achtelfinale qualifiziert, tröstet sich Walter Müller damit, dass er in der Fußball-WM mit den USA und Deutschland zwei Mannschaften unterstützt, an denen sein Herz hängt. „Ich kann heute nicht verlieren.“ Erleben wird er die Übertragung im heimischen Brauerei-Gasthof mit mindestens 25 Gästen, die nach einer Tagung noch etwas länger in Kofferen bleiben möchten.

(ahw)