Jülich/Celle: TTC Indeland verliert in Celle drei Doppel

Jülich/Celle: TTC Indeland verliert in Celle drei Doppel

Eigentlich könnte Jülichs Cheftrainer Johannes Dimmig mit dem hauchdünnen 9:6-Auswärtsieg seiner Indeländer beim TuS Celle vollkommen zufrieden sein. Schließlich wünschte sich Dimmig einen knappen Sieg, damit seine Jungs keinen Grund zu nicht fundierten Höhenflügen haben. Gründe zum Übermut lieferte der TTC Indeland wahrhaft nicht.

Auch wenn der 9:6-Erfolg bei den Niedersachsen für Indeland den vierten Sieg im sechsten Spiel bedeutete und somit den Herzogstädtern wieder eine ansehnliche Bilanz bescherte, offenbarte dieses Match erneut fast eklatante Defizite in den Doppeln.

Die Jülicher Fans werden wohl zum letzten Mal die Gespanne Jean/Halcour, Walther/Brosig und Servaty/Strack gesehen haben, denn was diese Doppel am Sonntag ablieferten war nahezu unterirdisch und ließ die Herzogstädter schnell mit 0:3 ins Hintertreffen geraten. Bemerkenswert war unter anderem die deutliche Niederlage des Spitzendoppels; Walther/Brosig hatte gegen das jungfräuliche Doppel Mühlbach/Bormann kaum den Hauch einer Chance. Wohlgemerkt: Celles Bormann spielt normalerweise vier Klassen tiefer in der Landesliga und ist dort auch nicht ungeschlagen.

Doch in den Einzeln bäumte sich der TTC auf und wandelte das 0:3 mit sechs Siegen in Folge schnell in eine 6:3-Führung um. Dimmig kommentierte: „Wir haben nach diesem heftigen Kaltstart eine tolle Moral bewiesen und uns in diesem Hexenkessel mächtig in die Partie reingebissen. Das war nicht einfach, aber meine Mannschaft hat den Rückstand super wettgemacht.”

Im ersten Durchgang punkteten alle Indeländer. Positiv war vor allen Dingen, dass Jülichs junger Belgier Jean Lauric mit seinem Sieg über Celles Nummer Eins Arne Hölter seinen Aufwärtstrend fortsetzte. Doch nachdem der TTC mit dieser grandiosen Siegesserie den Kopf aus der Schlinge gezogen hatte, wurden die Jülicher wieder nachlässig. Indelands Topspieler Ricardo Walther, der bereits gegen den sehr erfahrenen Hermann Mühlbach schwer ins Match fand, unterlag nach vier vergebenen Matchbällen überraschend gegen Arne Hölter.

Sein Trainer erklärte: „Es ist alles was viel für Ricardo im Moment. Die Erstligateams buhlen um ihn und versuchen ihn bereits frühzeitig für die kommende Saison zu verpflichten. Ferner beeinflusste die viele Herumreiserei zu den Pro-Tour-Turnieren, zu den Lehrgängen und seine leichte Verletzung ihn negativ. Es wundert mich nicht, dass er nicht immer Topleistungen abrufen kann; wir dürfen nicht vergessen, dass er immer noch sehr jung ist.”

Größere Klasse

Auch wenn die abstiegsbedrohten Gastgeber zwischenzeitlich wieder zum 6:6 ausglichen, gab in der finalen Phase des Spiels die größere Klasse der Indeländer den Ausschlag zum Sieg. Die sehr gut aufgelegten Christian Strack und Daniel Halcour stellten die Weichen in dieser schwierigen Phase der Partie endgültig auf Sieg. Auch wenn Michael Servaty im letzten Einzel gegen Claus Bormann mehr Schwierigkeiten hatte als man erwarten durfte, biss sich Jülichs Jüngster hartnäckig durch und machte nach über vier Stunden Spielzeit den vierten Sieg perfekt.