Düren: Trotz trüben Wetters: „Auf eine schöne Annakirmes!”

Düren: Trotz trüben Wetters: „Auf eine schöne Annakirmes!”

„Auf eine schöne Annakirmes!” Paul Larue strahlte. Nach gefühlten 42 Schlägen im vergangenen Jahr benötigte Dürens Bürgermeister diesmal beim traditionellen Fassanstich nur noch ganze drei Schläge, um den ersten Bierkrug zu füllen; und das ganz frei von Spritzern. Respekt.

Besser gelingt dies nur noch Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, der beim Oktoberfest zuletzt regelmäßig mit zwei Schlägen auskam.

Die ersten Besucher des größten Volksfestes der Region erlebten am Wochenende einen durchwachsenen Auftakt. Vor allem am Samstag durften Schirm und Regenjacke zum Leidwesen der rund 150 Schausteller nicht fehlen. Ein heftiger Platzregen am Abend, als sich die Besucher dichtgedrängt über den Platz bewegten, sorgte bei so manchem für ein vorzeitiges Ende der Rummelrunde. Denn nicht alle schafften es, rechtzeitig Unterschlupf an einem der Bierpavillons oder fahrgeschäfte zu finden.

Schon bei der Eröffnung am Morgen hatte es beständig getröpfelt. Das hinderte zahlreiche Jugendliche aber nicht daran, sich in der ersten Viertelstunde des neuntägigen Volksfestes die eine oder andere Freifahrt zu sichern.

Pech hatten nur die, die sich schon früh am „Boostermaxxx” in die Warteschlange eingereiht hatten, um den Fahrpreis zu sparen. Die atemberaubende Über-Kopf-Fahrt in über 50 Metern Höhe fiel erst einmal aus. Noch am Morgen hatten die Betreiber das Fahrgeschäft nach den Gewittern des Vorabends getestet. Alles lief einwandfrei. Als es dann aber um 11 Uhr losgehen sollte, lange Gesichter. Die Elektronik versagte. Nichts ging mehr. Das weltweit höchste Fahrgeschäft seiner Art stand still.

Stundenlang versuchten die Schausteller den Fehler in den beiden großen Stromkästen zu finden. Doch die 280 Kilowatt, die das Geschäft benötigt, wollten einfach nicht fließen. Telefondrähte glühten. Verbindungen wurden überbrückt. Erst nach 18 Uhr, als die Stadtverordneten bereits mit ihrem Eröffnungsrundgang begonnen hatten, war das Problem endlich behoben, und die ersten Adrenalinsüchtigen konnten sich nach gut siebenstündiger Verspätung mit bis zu 100 Stundenkilometern durch die Luft wirbeln lassen.

Der „Boostermaxxx” gehört zu den Attraktionen der Annakirmes 2012 - neben der sich ähnlich imposant in bis zu 45 Metern Höhe drehenden „XXL-Schaukel”. Ein echter Hingucker aber ist auch die Show am Geisterschloss. Wenn der Zombi aufwacht, aus seinen Sarg steigt und zu Michael Jacksons Hit Thriller tanzt, bilden sich schnell Menschtrauben vor der Bahn.

Aber keine Angst: „Wir sind ein Familiengeschäft”, verspricht Geschäftsführer Andreas Kunze. Die Kettensäge packen seine „Lebenden Geister” nur am Abend aus. „Kinder bekommen hingegen auch schon mal Bonbons”, verspricht Zombi Tim, der Chef der „Lebenden Geister”, dem sein Job sichtlich Spaß macht. „Das größte Lob ist, wenn sich die Besucher erschrecken”, erklärt Andreas Kunze. Immer wieder verlassen die „Lebenden Geister” das Schloss, um die Besucher auch außerhalb der Bahn in ihren Bann zu ziehen.

Wirklich Neues sucht der treue Annakirmesbesucher ansonsten vergeblich, von den Laufgeschäften „Big Bamboo” im Südseestil und „Gaudi Hüttn” einmal abgesehen. Bewährtes und Bekanntes dominieren das Platzbild. Und die Achterbahn „Rock & Roller” steht zwar zum ersten Mal in Düren, kann ob ihres Alters aber kaum zu den Neuheiten gerechnet werden.

„Witterungsbedingt können wir mit dem Eröffnungssamstag natürlich nicht ganz zufrieden sein”, erklärte Dürens Schaustellerchef Bert Cremer. Aber schon am Sonntag hellte sich nicht nur seine Miene wieder auf. „Und für die kommenden Tage sind die Wetteraussichten ja gar nicht einmal so schlecht”, blickt Cremer optimistisch in die Zukunft. Große Hoffnungen setzen er und seine Kollegen vor allem in den morgigen Familiendienstag, wenn ganztägig halbe Preise im Fahr-, Schau- und Belustigungsbereich locken.