Titz: Tornado reißt Bäume mit sich

Titz: Tornado reißt Bäume mit sich

Buchstäblich vom Winde verweht wurden am Dienstagabend mehrere Bäume in einer Schneise von Gevelsdorf bis Jackerath. Möglicherweise handelte es sich um einen Mini-Tornado. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Essen konnte bislang laut Mitarbeiterin Ortrun Roll keine eindeutige Sachlage feststellen.

Am Autobahndreieck Jackerath riss das Wetterphänomen jedenfalls zwei schwere Eichen um, verwüstete den Parkplatz „In der Böck” und wehte abgerissene Äste und Sträucher auf die Fahrbahn.

Die Autobahn 44 in Richtung Aachen musste wegen der Aufräumarbeiten für 15 Minuten gesperrt werden, so Michael Tophofen, Leiter der Autobahnmeisterei Jackerath. Mit elf Mitarbeitern war er selbst bis Mitternacht im Einsatz, um die gröbsten Schäden zu beseitigen. Unterstützt wurde die Meisterei von den Feuerwehren Holzweiler und Titz. Das Aufräumen dauerte am Mittwoch an.

Rund um Gevelsdorf wütete der Wirbelwind ebenfalls, so dass die Feuerwehr der Gemeinde Titz am Dienstagabend von 19 bis 22.15 Uhr mit rund 25 Einsatzkräften beschäftigt war. Im Ort Gevelsdorf war ein Baum auf einen parkenden Wagen gestürzt, weiteres Astwerk und entwurzelte Bäume versperrten Straßen. „Wir haben in erster Linie die Verkehrswege wieder freigemacht”, so Martin Roß, Leiter der Gemeindefeuerwehr.

Schwere Schäden richtete der Tornado auch auf dem ganz in der Nähe von Gevelsdorf gelegenen Gut Isenkroidt an.

Hofbesitzer Heinz Josef Conzen war gegen 19.30 Uhr mit dem Auto auf dem Weg nach Hause als er bemerkte, dass sich über Titz ein Unwetter zusammenbraute. Kaum zu Hause an gekommen, brachte er sein Fahrzeug in die Garage und ging ins Haus. Vom Fenster aus behielt er das nahende Unwetter im Auge.

Plötzlich sah er ein trichterförmiges Gebilde auf das Gehöft zurasen. „Äste flogen wie Streichhölzer durch die Gegend”, so Conzen. Ein pfeifendes Geräusch begleitete den Tornado. „Nach rund drei Minuten war der Spuk zu Ende und es herrschte ein unheimliche Stille”, so Heinz Josef Conzen weiter. Beim ersten vorsichtigen Beäugen der Schäden entdeckte er ein Loch im Dach. Dort hatten die herumfliegenden Äste eingeschlagen.

Von dem einstigen Tannenwäldchen nahe dem Hof blieb nach dem Wirbel nicht mehr viel übrig. Immer mehr wurde die Verwüstung des Tornados, der eine etwa 30 bis 40 Meter breite Schneise schlug, deutlich.

Von Westen kommend zog der Tornado alles, was ihm in den Weg kam, mit sich. Mehrere schwere Bäume der hofeigenen Allee knickten einfach weg, durchschlugen eine historische Gartenmauer und versperrten die Hofzufahrt. Bis zum Mittwochabend sollten die schweren Stämme und Äste entfernt werden.

Trotz all Aufregung und der nicht unerheblichen Schäden war Heinz Josef Conzen froh, dass bis auf die Dachrinne und einige kaputte Ziegel das Haupthaus von der stürmischen Naturgewalt verschont blieb.

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