Titzer Karneval ist eine Erfolgsstory

IG Karneval feiert bald 4 x 11 Jahre : Titzer Karneval ist eine Erfolgsstory

1975 waren einige Karnevals- und Brauchtumsfreunde in Titz wild entschlossen, ihrem jecken Treiben eine grundsolide Basis zu verschaffen und legten mit der Gründung der IG Titzer Karneval den ersten Baustein für eine Erfolgsstory.

Jubiläen in der fünften Jahreszeit werden im Elfer-Rhythmus gefeiert und so starteten die Titzer Jecken mit einer Jubiläumssitzung in ihre 4x11 Jahre Session. Die Aula der Primusschule hat sich in der Vergangenheit bereits als karnevalsfeste Feierlocation erwiesen. Zum Motto „44 Johr, Johr, Johr, mir simmer noch do, do, do“ wartete die IG mit einem Festprogramm auf, das mit Stars des rheinischen Karnevals, gemischt mit bestens bekannten lokalen Gruppen und Partystimmung ohne Pause versprach.

Diese Gelegenheit, ausgelassen zu feiern, ließen sich die Jecken in der Aula nicht nehmen. So zog der Elferrat, angeführt von Sitzungspräsident Dieter Tambour, voller Jubiläumsschwung und Enthusiasmus auf die großartig dekorierte Bühne. Für die passende Einmarschmusik sorgte die KG Bergheimer Torwache, der es zudem mühelos gelang, das Stimmungsbarometer in die Höhe zu treiben.

Der Nachwuchs ist das Wertvollste, was Karnevalsvereine haben. Der Auftritt der Titzer Funken bewies, dass man sich in Titz liebevoll um die Kleinen kümmert und sie schon früh in die schönen Seiten der Brauchtumspflege integriert. Als erster Redner stellte Christian Pape begeistert fest, dass das Publikum schon zu früher Stunde voll mitging.

Ohne groß aufgefordert werden zu müssen, sangen die Feiernden die Refrains mit und vollendeten ganze Liedtexte. Viel Beifall bekam der sympathische Redner für seinen ernsten Aufruf an Leute, die meinen, sich im Karneval volltrunken daneben benehmen zu dürfen: „Benehmt euch in unserem Veedel, datt iss Heimat für uns!“ Begeistert gefeiert wurde die abschließende „Lord Of The Dance“ Version, die Pape mit seinem Partner Keyboarder Dr. Stefan Bimmermann in Holzschuhen auf holländische Art zum Besten gab.

Richtig gut geworden sind die Titzer Katzen, die erneut einen Showtanz einstudiert haben, der mitreißend ist. Ein weiterer tänzerischer Höhepunkt war der grandiose Beitrag der Stadtgarde Jülich. Schwungvoll, temperametvoll, artistisch, akrobatisch, ein Hingucker – es gibt nicht genügend Attribute, die fantastische Leistung zu würdigen.

Als männlicher Gegenpart bewiesen die Lokalmatadoren „Die Plomaris“, dass auch Männer das Tanzen und die Show im Blut haben können. Schaurig-schön und fröhlich-gruselig, das passte bei den Männern mit den Superbewegungen zusammen und machte dem Publikum mächtig Spaß. Wie bei allen Rednern war auch beim „Präsident“ Thomas Beys das jecke Volk in der Aula erfreulich aufmerksam und ging auf die Pointen ein. Anders als bei vielen Zeltsitzungen zu beobachten ist, musste der Mann auf der Bühne nicht gegen eine lautstarke Geräuschkulisse ankämpfen. Mit seiner Darstellung, wie verschieden Männer und Frauen eine Sitzungsplanung angehen, hatte er die Lacher auf seiner Seite.

In weiteren Redebeiträgen wussten Annette Esser alias „Achnes Kasulke“ und „Et Rumpelstilzje“ Fritz Schopps, wie man ein für alle Späßchen bereites Publikum mitnimmt. „Datt iss ja ein Träumchen mit euch“, lobte Putzfrau Kasulke die lauthals mitsingenden und mitspielenden Karnevalsfreunde. Als „Cat Balou“ das erste Mal in Titz auftrat, galten sie noch als eine hoffnungsvolle Newcomer-Band. „Jetzt spielen sie in der Top-Liga kölscher Rockbands“, kündigte Sitzungspräsident Tambour den musikalischen Sitzungshöhepunkt an. Schon bei den ersten Tönen hielt es kaum noch jemand auf dem Sitz, abrocken war angesagt – und das geht am besten im Stehen. Den ebenso fetzigen Abschluss machte die Mundartband „Echte Fründe“, die seit über 30 Jahren für 111 % Stimmung, Hits und kölsche Tön garantiert.

(jago)
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