Titz: Titz erzielt nach Jahren wieder Haushaltsüberschuss: 300.000 Euro

Titz : Titz erzielt nach Jahren wieder Haushaltsüberschuss: 300.000 Euro

Es war vielleicht keine „historische Nachricht“, die Bürgermeister Jürgen Frantzen am Donnerstagabend dem Rat in Titz überbrachte, aber eine, auf die man lange warten musste. Die Landgemeinde hat 2017 nach Jahren der Defizite erstmals wieder einen sehr stattlichen Haushaltsüberschuss erwirtschaftet: mehr als 1,2 Millionen Euro.

Statt des erwarteten Defizits von 918.000 Euro gibt es nun also ein Plus von rund 300.000 Euro. Vor über einem Jahrzehnt gab es zwei vergleichbare Fälle, allerdings mit jeweils bescheidenen 1000 Euro Überschuss. Das Jahresergebnis vergrößert laut Verwaltungschef „den Puffer bis zum Haushaltssicherungskonzept“ um 300.000 Euro. Der Betrag fließt in die seit Jahren „leere“ Ausgleichsrücklage und erhöht direkt das Eigenkapital. Frantzen sprach von „einem relativ neuen Erlebnis“, was viele Ratsvertreter schmunzeln ließ.

Es gab zwar auch Haushaltsbereiche, die schlechter schlossen als im Etat kalkuliert, überwiegend war es aber anders. Maßgeblich verantwortlich für den Überschuss sind Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer (545.000 Euro), beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer (328.000 Euro), Minderaufwendungen (also Einsparungen) von 222.000 Euro und geringere Beiträge an die Wasserverbände (146.000 Euro).

Der Bürgermeister sah vor allem beim Einkommenssteuerergebnis schon einen Effekt, der durch die von der Kommune gestillte hohe Nachfrage nach Wohneigentum in der Gemeinde mit begründet sei. Wenn man dann noch berücksichtige, dass die Einwohner in Titz statistisch über die höchsten Einkommen im Kreis verfügten, dann zeige sich hier, wie die Kommune durch Bevölkerungswachstum profitiere.

„Erfreulich ist das positive Jahresergebnis aber auch, weil wir viel getan und viel ausgegeben haben“, sagte Jürgen Frantzen und meinte damit die Investitionen, die unter anderem zum Beispiel in die Primusschule flossen und noch fließen, aber auch in viele andere Bereiche. Das setzt sich fort, denn der Gemeinderat beschloss am Donnerstag die Planungsvergabe und Ausschreibung eines weiteren großen Bauprojekts am Ortseingang: das 100 Meter breite neue gemeinsame Gebäude für die Feuerwehr und den Bauhof.

Grundsätzlich warnte Frantzen aber auch vor zu großer Euphorie: Die Landgemeinde habe ihr Haushaltsproblem noch nicht gelöst. Es sei noch nicht an der Zeit, nicht notwendige Leistungen zu tätigen oder Steuergeschenke zu verteilen. Denn die Entwicklung der Umlageverbände (zum Beispiel Kreis) sei ebenso wenig bekannt wie die angekündigte Veränderung der Gemeindefinanzierung des Landes. Der Bürgermeister: „Maßhalten ist angesagt.“

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