Linnich: Thomas Bloch verzaubert mit „Gläsernen Klängen”

Linnich: Thomas Bloch verzaubert mit „Gläsernen Klängen”

Als Achtjähriger hörte er im Radio eine eigenartige Musik, die auf Wellen zu schwingen schien. Thomas Bloch war fasziniert, er hatte die Bekanntschaft mit Ondes Martenot gemacht, einer Musikform, die nach dem Radioamateur und Musiker Maurice Martenot benannt wurde.

Etliche Jahre später, als er bereits am Pariser Konservatorium studierte, vernahm er dort ähnliche Klänge. Bruno Hoffmann spielte auf seiner Glasharmonika, einem zu Mozarts Zeiten sehr geläufigen Instrument, das aber nach und nach in Vergessenheit geriet.

Thomas Bloch forschte nach und fand in Gerhard Finkenbeiner einen Glasbläser, der ein solches Instrument fertigen konnte. Intensiv setzte Bloch sich damit auseinander, suchte und fand eine Fülle Kompositionen und machte sich daran, das Instrument zu erlernen.

Da er neben Hoffmann der einzige Musiker war, der sich damit beschäftigte, musste er sich alles selbst aneignen. 1991 war er soweit, sein erstes Konzert zu geben. Seither hat er sich einen Namen gemacht, gab mehr als 3000 Konzerte in 40 verschiedenen Ländern und stand mit zahlreichen bekannten Musikern auf der Bühne. Dabei ist er in der Welt des Rock und Pop ebenso zu Hause und spielte mit Radiohead, John Cage, dem Orlando Quartett ebenso wie mit den Warschauer Philharmonikern.

Sein Instrument fügt sich natürlich wunderbar in die Reihe „Gläserne Klänge” ein, die das Deutsche Glasmalerei-Museum in Linnich vor einigen Jahren ins Leben rief. Neben seiner Glasharmonika hatte Bloch auch sein Cristal Baschet mitgebracht, ein weiteres gläsernes Instrument, und verzauberte bei der Sonntagsmatinee im Museum seine Zuhörer mit seinen sphärischen Klängen.

Von Chick Corea über Rolin, Redolfi und Mozart reichte sein umfangreiches und beeindruckendes Repertoire, wobei auch eine Reihe eigener Kompositionen auf dem Programm standen.

Museumsleiterin Dr. Myriam Wierschowski, die ihre zahlreichen Gäste begrüßte, freute sich natürlich sehr, mit Hilfe des Fördervereins einen solch hochkarätigen Künstler gewinnen zu können.

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