Höchstgeschwindigkeit stark reduziert: Tempo-30-Test auf dem Weg zur Zuckerfabrik

Höchstgeschwindigkeit stark reduziert : Tempo-30-Test auf dem Weg zur Zuckerfabrik

In einer guten Woche fallen die Hüllen, mit denen die Schilder noch verdeckt sind: Ab 28. September gilt auf zwei Straßen der Hauptstrecke zur Zuckerfabrik innerhalb von Jülich Tempo 30 bis zum Ende der Rübenkampagne: rund um die Uhr und für alle Fahrzeuge.

Es handelt sich um einen mehrmonatigen Versuch, der Aufschluss darüber bringen soll, ob durch die reduzierte Geschwindigkeit die Lärmbelästigung, die vom 24-stündigen Lieferverkehr ausgeht, reduziert werden kann. Der Tempo-30-Test ist zugleich eine Reaktion auf die Beschwerde etlicher Anwohner über den aus ihrer Sicht erhöhten Geräuschpegel.

30 km/h gelten in der Kampagne für die Ost- und die Wiesenstraße auf beiden Seiten zwischen Römer- und Philipp-Reis-Straße. „Das Teilstück wird am meisten befahren“, sagte Ordnungsamtsleiter Hans Pinell im Gespräch mit der Redaktion, nachdem die Verwaltungsspitze über die Maßnahme jüngst im Planungsausschuss informiert hatte. Die Rüben-Gespanne fahren das Werksgelände von Pfeifer & Langen in der Regel als Linksabbieger von Stetternich über die Römerstraße an — oder aus dem Nordwesten kommend über Von-Schöfer-Ring und Brunnenstraße.

Als Reaktion auf die 24-Stunden-Anlieferung in der Zuckerfabrik hat es zwei Jahre lang ein nächtliches Tempolimit für Laster und Gespanne gegeben. „Das hat auch schon was gebracht. Nachts war es ruhiger“, sagt Pinell. Aber die Anwohner hätten vehement auch den durch die Anlieferfahrzeuge verursachten Lärm tagsüber beklagt. Nach Gesprächen mit der Bezirksregierung, die die Genehmigung zur Anlieferung des Werks rund um die Uhr erteilt hat, als auch der Polizei haben die Behörden den Test vereinbart, der zunächst in der am 1. Oktober startenden Kampagne läuft und bis zu deren Ende etwa im Januar dauert. Nach Rücksprache mit den Verkehrsexperten sei auch beschlossen worden, das Tempolimit nicht nur für Schwerfahrzeuge auszusprechen. „Das Tempolimit gilt jetzt in der Kampagne für alle. Sonst sieht die Polizei die Gefahr riskanter Überholmanöver“, erklärt Hans Pinell.

Datenerhebung der Stadt

Die Stadt wiederum werde parallel mit ihren eigenen Geschwindigkeitsmessgeräten, die übrigens keine Bußgeldverfahren in Gang setzen, Daten erheben. Pinell: „Wir können Tendenzen feststellen: Wann und wie schnell fahren da Pkw, Lkw, Motorräder.“ Die Analyse ist dann das Rüstzeug für die Bewertung des Tests — neben den Anwohnerrückmeldungen. „Wir warten ab, ob es Erfolg bringt“, ist der Jülicher Ordnungsamtsleiter auf die Ergebnisse gespannt.

Die Bezirksregierung in Köln hat auf eine überschlägige Berechnung des Landesumweltamtes verwiesen, wonach das auf 30 Stundenkilometer reduzierte Tempo den Lärmwert um drei dB(A) senkt. „Subjektiv empfunden ist dies eine deutliche Verbesserung, wie auch vergleichbare Maßnahmen in anderen Städten gezeigt haben“, informierte die Stadtverwaltung im Planungsausschuss.

Auch wenn es sich um einen „Test“ handelt, so ist die Höchstgeschwindigkeit natürlich verbindlich und nicht etwa von der „Teilnahmebereitschaft“ der Fahrerinnen und Fahrer abhängig. Sprich: Die Polizei kontrolliert ...