Tag des Vorlesens in Jülich

Tag des Vorlesens : Der Genuss des Zuhörens

Der bundesweit stattfindende „Tag des Vorlesens“ hat auch in Jülich viele junge Zuhörer angelockt und ihnen näher gebracht, einfach mal zwischendurch ein Buch zu lesen.

In diesem Jahr findet das Event schon zum 15. Mal statt und richtet sich laut den Initiatoren von Die Zeit, der Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn Stiftung an Kinder, um sie schon früh mit dem geschriebenen und erzählten Wort in Kontakt zu bringen. Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, kann sich beteiligen und andere in den Genuss des Zuhörens kommen lassen.

Zur Freude der Veranstalter ist die Zahl der Vorleser kontinuierlich von anfangs 1900 auf mittlerweile 170.000 Teilnehmer gestiegen. Vor allem ungewöhnliche Vorleseorte wie Museen, Tierparks oder auch eine Sternwarte haben sich in den letzten Jahren als sehr beliebt herausgestellt. Das Veranstaltungsdatum ist immer der dritte Freitag im November.

Auch in der Herzogstadt gab es natürlich Lesungen an mehreren Orten wie der Zitadelle oder der Katholischen Grundschule. In der Schloßkapelle konnten die Schüler der siebten Jahrgangsstufe des Gymnasiums Zitadelle der Lesung der Jülicher Autorin Nadine Radermacher-Ilski lauschen, die aus ihrem Erstlingswerk „Traumreise - Der Weg zurück in die Wirklichkeit“ vortrug. Die geborene Hamburgerin hat durch den Beruf ihres Vaters bedingt in vielen Teilen Deutschlands gelebt und ist seit mittlerweile über zwanzig Jahren in Jülich zu Hause. Laut eigener Aussage schrieb sie schon als Kind gerne Geschichten und liebt es, die eigene Phantasie zu Papier zu bringen. Der Satz „Wer Schmetterlinge lachen hört, weiß wie Wolken schmecken“ drückt für sie sehr gut ihr Bestreben aus, auch als Erwachsene das Kind in sich zu entdecken und auch an kleinen Dingen des Alltags immer noch Freude zu haben.

Die Jülicher Autorin Nadine Radermacher-Ilski trug am Vorlesetag in der Schloßkapelle aus ihrem Buch „Traumreise“ vor. Foto: Wickmann

In ihrem Buch wird die Geschichte von Suria erzählt, einem Mädchen aus Berlin, dass in seinen Träumen immer wieder einen Mann namens Jackson trifft, sich in ihn verliebt und mit ihm gerne entspannt viel Zeit verbringt. Das Problem ist, dass die Welt in ihren Träumen viel bunter und schöner wirkt als die Realität, die zunehmend trist und grau erscheint. Bei einem Besuch ihrer Großmutter im fernen Malaysia erscheint ihr plötzlich Jackson nicht mehr wie eine Traumfigur und durchaus real. Hier muss sie sich dem Problem stellen, um endlich hinter die Wahrheit hinter der ganzen Geschichte zu kommen.

In ihrem Debütroman schreibt Radermacher-Ilski auch über Themen wie Tierschutz und Umweltschutz und baut dies geschickt in den Handlungsstrang ein. Die verschiedenen Passagen, die sie bei der Lesung aus ihrem Buch vortrug, lies die Zuhörer schnell in Surias Träume und auch ihren Alltag einsteigen und machte Lust auf mehr. Vielleicht haben hierdurch ja viele Interesse bekommen, die Geschichte weiterzulesen. Die Autorin arbeitet auch schon an einem Nachfolgewerk, dessen Handlung diesmal in Amerika bei den Indianern spielen soll. Weitere Infos zum Buch „Traumreise“ gibt es unter www.tredition.de. Der Vorlesetag wird natürlich auch im nächsten Jahr wieder stattfinden und laut den Organisatoren hat es einen sehr positiven Effekt auf Kinder. Laut Studien haben Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, einen größeren Wortschatz, bessere Schulnoten und entwickeln früh Freude am Selbstlesen und dem Umgang mit Texten.

(bw)
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