Einzelhandelskonzept: Supermarkt in Rödingen soll Kaufkraft binden

Einzelhandelskonzept : Supermarkt in Rödingen soll Kaufkraft binden

Das Einzelhandelskonzept der Gemeinde Titz vom März dieses Jahres kommt zum Ergebnis, dass die Kaufkraft der Landgemeinde mit ihren 16 Ortschaften im Bereich der Nahversorgung lediglich 62,7 Prozent beträgt. Über ein Drittel der Kaufkraft fließt somit in Nachbarkommunen.

Festgestellt wird zudem, dass Rödingen mit seinen 1353 Einwohnern als zweitgrößter Ort der Gemeinde über keine Nahversorgung verfügt. In der Vergangenheit wurden diverse Ansätze zur Verbesserung der Situation in zahlreichen Gesprächen mit Nahversorgern, Investoren und Grundstückseigentümern diskutiert. Ein Vorhaben hat das „hinreichend konkrete Stadium“ erreicht, so dass nun in der Sitzung des Ausschusses für Gemeinde- und Strukturentwicklung die Projektvorstellung erfolgte.Als „Kleinflächiger Einzelhandel mit Gastronomie“ ist die Ansiedlung eines Netto-Verbrauchermarktes mit Zugang von der Kroschstraße aus in Angriff genommen worden.

Als Vertreter des Investors (Deutsche Immobiliengruppe DI) erläuterte Armin Elsen, Verantwortlicher für den Bereich Retail, das Projekt. Mit einem Überblick über die Tätigkeitsfelder der DI betonte er die unternehmerische Kompetenz des Unternehmens, um dann mit einem Hinweis auf die 2015 begonnene „super vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit der Gemeinde auf die konkrete Maßnahme einzugehen. Die Verhandlungen mit der Edeka-Tochter Netto-Marken-Discount seien so weit gediehen, dass das Projekt mieterseits absolut gesichert sei, bestätigte Elsen.

Höchstgrenze wird nicht überschritten

Das Planungsverfahren sieht eine Mietfläche von 1084 Quadratmetern vor, bei der 135 Quadratmeter auf die angegliederte Café-Gastronomie entfallen, für den Verbrauchermarkt wird die Höchstgrenze der „Kleinflächigkeit“ nicht überschritten. Für den Betrieb des Cafés gibt es bereits einen konkreten Interessenten.

Elsen legte Wert auf die Feststellung, dass bei der Frage, wer für Netto hier ein Mietpartner werden könnte, zunächst die „lokalen Player“ gefragt worden seien, die jedoch leider abgesagt hätten. Stark betroffen von der Standortwahl ist der SV Rödingen-Höllen durch die Inanspruchnahme des aktuellen Ascheplatzes.

Bürgermeister Jürgen Frantzen legte Wert darauf, besonders den bei der Ausschusssitzung anwesenden Vereinsvertretern zu versichern, dass für die Belange der Sportler eine sehr zufriedenstellende Lösung in Aussicht gestellt werde. „Das Thema Nahversorgung ist für die Gemeindeentwicklung von überragender Bedeutung, wir halten das Angebot für attraktiv“, lautete Frantzens Resümee. Verwaltungstechnisch ergibt sich mit Fassung des Aufstellungsbeschlusses, dem Beschluss über die Offenlegung und der Beteiligung der Behörden sowie in Abhängigkeit der eingehenden Stellungnahmen, dass ein Satzungsbeschluss zu diesem Bebauungsplan in der Ratssitzung im März 2019 (gegebenenfalls sogar bereits Ende Januar 2019) möglich ist.

(s)
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