Düsseldorf/Jülich: Streit um Atomkugeln geht in neue Runde

Düsseldorf/Jülich: Streit um Atomkugeln geht in neue Runde

Der Streit um Atommüllkugeln aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Jülich hat ein weiteres parlamentarisches Nachspiel.

Wie der Landtag am Montag mitteilte, beantragten CDU und FDP für Donnerstag (5. Mai, 10.30 Uhr) eine Sondersitzung des Hauptausschusses. Dabei will die Opposition nach der Rolle der Staatskanzlei fragen.

Anfang April war eine Debatte wegen unstimmiger Angaben des Forschungszentrums Jülich über die auf dem Gelände gelagerten Brennelemente aufgekommen.

Die rot-grüne Landesregierung hatte einem Grünen-Abgeordneten auf Anfrage mitgeteilt, dass 2.285 Brennelementekugeln in Jülich vermisst würden. Es hieß, sie könnten möglicherweise in der Asse in Niedersachsen eingelagert worden sein. Der Bund widersprach dieser Darstellung.

Auch das Land räumte daraufhin ein, dass der Atommüll immer in Jülich gelagert worden sei. Unklar ist bis heute die genaue Zahl der Kugeln, nicht aber die Menge des nuklearen Materials.

CDU und FDP werfen Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) seit Wochen vor, vorsätzlich falsche Angaben gemacht zu haben, um die Atomdebatte nach Fukushima auch in Nordrhein-Westfalen anzuheizen. Sie fordern ihren Rücktritt. Schulze wies die Vorwürfe zurück. Auch das Bundesforschungsministerium habe Zweifel an den Angaben aus Jülich gehabt.

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