Kreisstraße: Stoppschild vor dem Linnicher „Schleichweg“

Kreisstraße : Stoppschild vor dem Linnicher „Schleichweg“

Die Katze kauft man besser nicht im Sack, rät ein Sprichwort. Das gilt auch für Straßen, etwa die Kreisstraße 17 zwischen Linnich und Glimbach. Die soll abgestuft werden zur Gemeindestraße, also von der Kreis-Hoheit in die Stadt-Verantwortung übertragen werden.

Dem Linnicher Bau- und Liegenschaftsausschuss war das nicht ganz geheuer. Er wollte genau geregelt wissen, wie diese Übertragung vonstatten gehen soll.

Bedenklicher Zustand

Dass die Abstufung Sinn ergibt, daran gibt es keinen Zweifel. Die K17 zwischen dem Bahnübergang in Linnich und dem Ortseingang in Glimbach macht eher den Eindruck eines Schleichwegs. Viel befahren ist sie ohnehin nicht mehr. Und der Zustand ist bedenklicher als der manches Wirtschaftsweges.

Besonders auffällig sind die Setzungen im Bereich des Bruches, die der Straße in diesem Abschnitt ein Wellblechprofil bescheren. Wie die Stadt nachgefragt hatte, besteht seitens des Kreises keine Vereinbarung mit einem möglichen Schadensverursacher.

Deckeninstandsetzung

Das wurde nicht zuletzt auch bei einer Begehung festgestellt. Bevor die K17 in städtischen „Besitz“ wechselt, müsste sichergestellt sein, dass sie sich „in einem ordnungsgemäßen Erhaltungszustand“ befindet. Allein um den zu erreichen, ist „eine durchgehende Deckeninstandsetzung“ notwendig. Außerdem müssten punktuell Zufahrten angrenzender Gewerbeflächen erneuert werden. Dafür hat der Kreis einen „Mitteleinsatz von 280.000 Euro“ vorgesehen.

Die Linnicher Verwaltung hatte das alles in ihrer Vorlage aufgeführt und vorgeschlagen, der Abstufung zuzustimmen. Dem setzten SPD und CDU ein entschiedenes „So nicht!“ vor. Er könne und wolle der „enttäuschenden“ Verwaltungsvorlage nicht zustimmen, sprach Hans-Friedrich Oetjen im Namen der SPD-Fraktion. „Ich will einen Vertrag; ich will eine Zusage, wie der Kreis sich den Ausbau vorstellt“, pochte Oetjen auf unverrückbare Forderungen. Letztlich sei eine hieb- und stichfeste vertragliche Regelung unerlässlich. Denkbar sei allenfalls eine Zustimmung unter der Maßgabe der vertraglich festzuhaltenden Modalitäten und der Zusage, dass die Straße vor der Übernahme instand gesetzt wird.

Nicht im Ansatz ausreichend

Ebenso entschieden gegen eine Übernahmezusage sprach sich für die CDU Thomas Venrath aus. „Wir stimmen so definitiv nicht zu.“ Venrath äußerte unter anderem schwere Bedenken an dem kalkulierten Kostenaufwand. Die 280.000 Euro seien nicht einmal ansatzweise ausreichend, die Straße in einen ordentlichen Zustand zu versetzten. Venrath wies auf einen weiteren neuralgischen Umstand hin. „Außerdem hätten wir gern Aussagen zu den zwei Brückenbauwerken dieser Straße.“ Mit Blick auf die Mühlenteichbrücke in Linnich und der Malefinkbachbrücke in Boslar sprach Venrath unliebsame Erfahrungen in puncto Brückensanierung an.

Die Abstufung der Kreisstraße 17 dreht nach diesem heftigen Veto eine weitere Runde durch die Verwaltung.

Die Aufgabestellung ist klar und läuft auf Ausarbeitung eines Übernahmevertrags hinaus. In dem soll eindeutig geregelt sein, was der Kreis unternehmen muss, um die Straße übergabefertig zu machen.

Mehr von Aachener Nachrichten