Titz: Startschuss für ein großes Bauprojekt der Gemeinde Titz

Titz : Startschuss für ein großes Bauprojekt der Gemeinde Titz

Ganz am Ende eines langgezogenen Gebäudes von 102 Metern Breite folgt der Titzer Tower. Diese ungewöhnliche Bauform wird nicht allein der Blickfang am Ortseingang der Landgemeinde (aus Richtung Jackerath) sein, sondern auch der „industrial look“, den die Planer der gemeinsamen neuen Heimat von Feuerwehr und Bauhof verpassen.

Eine Kombination aus rostfarbenen Trapezblechen oben und Fertigbetonteilen unten wird den Flachbau kleiden und wohl im Laufe des Jahres 2020 zu sehen sein. Der angedeutete Turm ist eine Reminiszenz an die typischen Schlauchtürme der Feuerwehren. Der Siegerentwurf im Architektenwettbewerb nahm nach einer leichten Überarbeitung nun einstimmig die Hürde im Fachausschuss, der sich einstimmig für die Umsetzung der Planungen aussprach.

Der Gemeindebauhof und die Feuerwehr im Zentralort sind derzeit auf vier Standorte verteilt und kommen an der Landstraße in Titz zusammen — mit ihrem gesamten Fuhrpark. Die zahlreichen dafür notwendigen Fahrzeughallen erklären auch die recht ungewöhnliche Breite des Objektes. Ausgelegt ist das Gebäude auch für eine Aufnahme der Löschgruppen Jackerath und Opherten, die zu einem deutlich späteren Zeitpunkt erfolgen soll, weil die Wehren dort noch mit ihren Liegenschaften klar kommen.

Der Ausschuss für Planen, Bauen, Umwelt hörte zunächst von Veränderungen, die das Siegerbüro im Architektenwettbewerb, Lepel & Lepel (Köln), mit Wehr und Bauhof erarbeitet hat. „Aus einem sehr guten Beitrag wurde ein noch besserer gemacht“, sagte Bürgermeister Jürgen Frantzen. Stefan Durth, Projektleiter des Büros, listete auf, was sich im Vergleich zum ersten Entwurf verändert hat: Das vorgesehene kleine Untergeschoss entfällt komplett, weil sich die dort geplanten Räume in Erd- und Obergeschoss unterbringen lassen.

Auch die Raumaufteilung wurde „optimiert“, ein zweites Treppenhaus aus Brandschutzgründen ergänzt. Bestimmte Räume sind von Wehr und Bauhof gemeinsam nacheinander nutzbar, weil sie in der Regel unterschiedliche Arbeits- und Einsatzzeiten haben, manche auch getrennt.

Mit Spannung nahmen die Kommunalpolitiker sicher auch die Kostenschätzung zur Kenntnis. Komplett (inklusive Freiflächen und Grünplanung) kommen 3,8 Millionen Euro zusammen. „Es gibt keine Förderung, wir finanzieren das aus eigenen Mitteln“, sagte Michael Biermanns, Fachbereichsleiter der Gemeinde, auf Anfrage.

Allerdings wird es eine mindestens teilweise Refinanzierung geben, denn die Kommune kann beispielsweise aus den Standorten des Bauhofs in Rödingen und der Feuerwehr in Titz Baugrund machen, in Gevelsdorf (Bauhof) spart sie Mietausgaben und insgesamt Unterhaltungskosten für die Altgebäude. Auf der neuen Parzelle entstehen zudem zwei Gewerbeflächen

Es ist davon auszugehen, dass auch der Gemeinderat das Projekt absegnet (5. Juli). Dann bereitet die Verwaltung den Bauantrag vor, und die Gemeindeentwicklungsgesellschaft die Ausschreibung. Der Bau wird im Frühjahr 2019 starten und nach etwa einem Jahr fertiggestellt sein.