Stadtmarketing gestaltet die Leerstände in Jülich

Vorstand wird auf der Jahreshauptversammlung teilweise umbesetzt. Jülich soll attraktiver werden für Bewohner und Besucher. : Stadtmarketing Jülich: „Wir müssen keine Einhörner und Flamingos verkaufen“

Der Verein Stadtmarketing Jülich setzt sich dafür ein, die Innenstadt für Bewohner und Besucher attraktiver zu machen. Auf der Jahreshauptversammlung haben die Mitglieder nicht nur besprochen, wie sie das Recht an der Erdkröte nutzen wollen, sondern Umbesetzungen im Vorstand beschlossen.

JÜLICH. Der Verein Stadtmarketing Jülich setzt sich dafür ein, die Innenstadt für Bewohner und Besucher attraktiver zu machen. Auf der Jahreshauptversammlung haben die Mitglieder nicht nur besprochen, wie sie das Recht an der Erdkröte nutzen wollen, sondern Umbesetzungen im Vorstand beschlossen.

Während der Sitzung ließen die Anwesenden auch das Jahr 2017 Revue passieren. Besonderen Anklang fand an dieser Stelle durch den Vorsitzenden des Stadtmarketings, Wolfgang Hommel, die erste Verleihung des Stadtmarketing Preises an die Familie Berchem, Guido van Büren und Alwin Reiche. Auch dieses Jahr wurde dieser Preis verliehen, und zwar an Carlo Aretz, Cornel Cremer und Marita sowie Georg Loven. Bis Ende Oktober werden von den Mitgliedern des Stadtmarketings Jülich Vorschläge für Ehrwürdige entgegengenommen für das nächste Jahr angenommen.

Neben die Aufstellung von Schautafeln, die sehenswerte Orte Jülichs aus der Vogelperspektive zeigen, wurde die Diskussion von dem Projekt „Integriertes Handlungskonzept“ (kurz IHK) geprägt. Ziel dessen ist es, die Innenstadt zu Beleben. Wobei hierbei vor allem die Leerstände, beziehungsweise Lösungswege, die die Auswirkungen der Leerstände in der Innenstadt entschärfen sollen, Thema waren.

In diesem Sinne hat das Stadtmarketing ein Projekt initiiert, das die leeren Fenster der Läden mit neuer Farbe füllen sollen. Bereits einige Fenster leerstehender Räume zeigen Plakate von Fjell-Design, die von Pia von Ameln und Sunita Gupta entworfen wurden. Zu sehen ist der Muttkrat, der mit Bildern Jülicher Besonderheiten und Sprüchen im passenden Dialekt untermalt wird. Die Nutzungsrechte an der entworfenen Erdkröte habe das Stadtmarketing für einige Jahre erworben, wie Hommel verlauten ließ.

Während der Jahresversammlung wurde das Projekt von Fjell-Design vorstellt. „Jülich ist ein Ort der Vielfalt und hat auf kleiner Fläche viele Alleinstellungsmerkmale“, sagte Sunita Gupta und weiter: „Wir müssen keine Einhörner und Flamingos verkaufen, sondern Zufriedenheit und das Jülicher Lebensgefühl vermitteln.“ Dieses sei, nach Gupta, unter anderem durch Lebensqualität, Geselligkeit und Sicherheit geprägt.

Symbolträger soll hier der Muttkrat werden, der bereits auf den Plakaten zu sehen ist– als Zeichen und Sympathieträger für die Jülicher Zufriedenheit sowie Patriotismus, wobei die Kröte auch selbstironisch sein könne.

„Ich glaube, sie können nachvollziehen, warum diese Idee gut ist“, sagte Hommel zu den Anwesenden, die mit Applaus antworteten.

Neben der Verschönerung der Innenstadt und Präsentation Jülichs in der durch die Nutzung von Leerständen wirkt das Stadtmarketing mit dem Projekt „newbie-Stammtisch“ eben jenen freien Flächen entgegen. Federführend ist an dieser Stelle Peter Böken. Mit seinen Kenntnissen als Jülicher Ladenbesitzer gibt er bei einem monatlichen Austausch neu angesiedelten Unternehmern die Möglichkeit der Orientierung. „Häufig geht es um Kleinigkeiten. Beispielsweise darum, an wen man sich wenden muss, wenn man am Stadtfest teilnehmen möchte“, sagte dieser zum „newbie-Stammtisch“ und fügte an: „Wir sind viel zu selten stolz auf diejenigen, die in Jülich etwas Neues anfangen.“

Bei der Mitgliederversammlung wurde auch der neue Vorstand gewählt, wobei es eine deutliche Umbesetzung gab. Diesmal sollen die Vorstandsmitglieder wichtige Institutionen Jülichs in sich vereinen.

Unter der Wahlleitung des stellvertretenden Kuratoriumsvorsitzenden Axel Fuchs wurde Wolfgang Hommel als Vorsitzender des Stadtmarketings bestätigt.

Stellvertretende Vorsitzende wurde Sunita Gupta. Der Schatzmeister Guido Reichensperger wurde wiedergewählt. Neuer Schriftführer wurde Peter Böken, der gleichzeitig weiterhin im Vorstand ist.

Rüdiger Urban bleibt Beisitzer des Vorstands. Allerdings gab es mit Maurice Emunds von Enrichment Technology Company Deutschland (kurz ETC), Ulrich Kalisch, der im Stadtmarketing institutsneutral tätig ist, und Torsten Wagner, der seines Zeichens am Campus Jülich der FH im Fachbereich der Medizintechnik die Professur für Regelungstechnik innehat und Prodekan für Finanzen ist, gleich drei neue Beisitzer.

Damit wurden Sonja Assmann, Franz-Josef Köhne, Peter Schmitz und Christoph Helsper im Vorstand abgelöst. Allerdings muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass diese vorab schon aus freien Stücken entschieden, nicht mehr im Vorstand tätig zu sein. Damit wurden sie nicht von den Mitgliedern abgewählt.

The last but not least: Bei den Rechnungsprüfern, Carlo Aretz, Georg Blömer und Wolfgang Gunia, bleibt als wie bisher.

Laut Schatzmeister Guido Reichensperger sei der Verein finanziell weiterhin gut aufgestellt. (mio)

(Mira Otto)
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