Jülich: Stadtbücherei Jülich zieht Bilanz

Jülich: Stadtbücherei Jülich zieht Bilanz

Das vergangene Jahr war ein erfolgreiches für die Stadtbücherei Jülich. Das sagt ihr Leiter Werner Wieczorek. „Doch bei uns ist noch viel los”, betont er.

„Die Stadtbücherei richtet ihr Augenmerk in diesem Jahr speziell auf die Zielgruppe junge Erwachsene. Dieses Jahr möchten wir die Jugendlichen noch mehr ins Boot holen”, kündigt er an. Rund 130.000 haben die mehr als 72.000 Besucher im Jahr 2009 ausgeliehen - das geht aus dem Jahresbericht der Bücherei hervor, der im Ausschuss für Kultur, Integration und Soziales der Stadt Jülich vorgestellt wurde.

Damit ist die Gesamtausleihzahl im Vergleich zum Jahr 2008 um 1,4 Prozent gestiegen. Die fleißigsten Entleiher waren Kinder bis zwölf Jahre. Nun sollen auch die älteren Kinder und Jugendlichen stärker angesprochen werden. Erfolgreich ist bereits das Projekt Schülerecke umgesetzt worden. Mit dem Projekt „SchoolCorner”, der Neugestaltung eines Bereichs für Schüler, wurde die Medienpräsentation an die Bedürfnisse der Schüler angepasst und so zur zentralen Anlaufstelle für junge Menschen. „Im SchoolCorner finden die Schüler unterrichtsrelevante Literatur - sortiert nach einzelnen Schulfächern”, erklärt Wieczorek.

Doch nicht nur für schulische Zwecke soll die Bücherei Anlaufstelle sein, so der Bibliotheksleiter, auch durch ein altersspezifisches Medienangebot - ein Zusammenspiel aus Büchern und audiovisuellen Medien - möchte Wieczorek die Jülicher Teenies in die Bücherei locken. Denn vor allem die Ausleihe bei den rund 3000 Tonträgern, zu denen auch Hörbücher zählen ging 2009 steil nach oben: Beinahe 24.000 Mal wurden im vergangenen Jahr Hörbücher ausgeliehen. Die Stadtbücherei verzeichnete hier ein üppiges Plus von 20 Prozent. Ähnlich positiv ist die Zahl der Ausleihen von anderen audiovisuellen Medien. Auch bei den Ausleihen von Zeitschriften und Zeitungen, Romanen und allen übrigen Medien sei ein leichtes Plus zu verzeichnen.

Zurückgegangen ist dagegen die Nachfrage nach CD-Roms und vor allem nach Sachbüchern - um satte 13,6 Prozent. Dies sei dadurch zu erklären, dass viele Themen, die einst sachbuchspezifisch waren, heutzutage häufiger im Internet „gegoogelt” würden. Überhaupt sei das Internet für die Informationssuche zu einem unverzichtbaren Medium geworden, räumen die Mitarbeiter der Bibliothek in ihrem Jahresbericht ein. Die Vielfalt der Informationen im WorldWideWeb sei daher eine ideale Ergänzung zum Informationsbestand der Bibliotheken. Auch in der Stadtbücherei werden die Internetzugänge von den Besuchern, vor allem von den Schülern der weiterführenden Schulen, zu Berufs- und Ausbildungsrecherchen rege genutzt, auch wenn die Nutzung der öffentlichen Internetzugänge weiter abnahm.

Neben den Schülern konzentriert sich das Angebot in der Stadtbücherei auf eine weitere wichtige Zielgruppe: Zu dieser gehören nach wie vor die Kinder und jungen Familien. Und auf eben die ist ein großer Teil des Angebotes zugeschnitten. Das zahlt sich aus: Gerade bei Familien mit Kindern konnte bei den Neuanmeldungen im vergangenen Jahr wieder ein Plus verzeichnet werden. Nicht nur dem literarischen Angebot in der Bibliothek sei dieser Zuwachs zu verdanken, sondern auch der engen Zusammenarbeit mit den Kindergärten- und Grundschulen in verschiedenen und kindgerechten Projekten wie beispielsweise dem Sommerleseclub. Neben dem begehrten Ferienspaß hat die Stadtbücherei zudem viele „Lesefördernde Einzelveranstaltungen” angeboten, die erfolgreich angenommen wurden. Dazu zählen unter anderem Aktionen wie der „Treffpunkt Leserabe” und Lesenächte.

Die Zahl der Besucher bei den insgesamt 124 Veranstaltungen konnte noch einmal um acht Prozent auf insgesamt 3865 Besucher gesteigert werden. Mit den Angeboten leistet die Stadtbücherei einen wichtigen Bestandteil zum Bildungs- und Kulturangebot der Herzogstadt.

„Deutschland liest”

Auch die Veranstaltungen für Erwachsene wie Bücherflohmarkt und Lesematinee und die Projektwoche „Deutschland liest” waren von Erfolg gekrönt. Insbesondere der Flohmarkt spülte noch einmal Geld in die Kasse. Zusammen mit diesen Erträgen belaufen sich die Einnahme, die sich aus eigenen Einnahmen und Landeszuschüssen zusammensetzen, auf 47.000 Euro. Damit liegt der Kostendeckungsgrad bei 20,4 Prozent.

Als besonders intensive Leseförderprogramme werden der Sommer-Lese-Club und das Herbst-Schmöker-Team in diesem Jahr weiter ausgebaut.