Stadt Jülich verteilt ab 1. Januar 2018 die ersten Ehrenamtskarten

Jülich : Ab Januar 2018 kann Engagement in Jülich belohnt werden

Ohne Ehrenamtler liefe vieles nicht in diesem Staat und in dieser Stadt. Von der Feuerwehr über Rettungskräfte bis hin zu Vereinen, Jugendarbeit oder auch in der Flüchtlingsbetreuung. Ab dem 1. Januar 2018 kann dieses Engagement in Jülich ein klein wenig belohnt werden: mit der Ehrenamtskarte, die zahlreiche Vergünstigungen beinhaltet.

Die Herzogstadt ist die erste Kommune des Kreises Düren, die dieses Instrument nutzt; der Linnicher Stadtrat hat sich ebenfalls dazu entschlossen. Im Neuen Rathaus unterzeichneten Bürgermeister Axel Fuchs und Andreas Kersting als Verantwortlicher in der Düsseldorfer Staatskanzlei eine entsprechende Vereinbarung.

„Die Karte ist für Menschen, die unser Leben einfacher und besser machen. Ohne sie würde es hier bei uns nicht so funktionieren. Ich bin sehr froh, dass wir in Jülich so viele Ehrenamtler haben, die zahlreiche Stunden arbeiten. Ihnen wollen wir etwas zurückgeben, etwas schenken“, erklärte Verwaltungschef Fuchs die Motive. Inhaber einer Ehrenamtskarte erhalten in ganz NRW zahlreiche Vergünstigungen. In Jülich können Brückenkopf-Park oder Museum Zitadelle eintrittsfrei besucht werden. Eine Vergünstigung gibt es bei den Kinovorstellungen im Kulturbahnhof. Eine Theateraufführung der städtischen Reihe ist (nach Anmeldung) kostenfrei, listete Anne Gatzen auf.

Sie ist Anlaufstelle für Bürgerschaftliches Engagement in der Stadtverwaltung. Und das ist erst der Anfang. „Wir arbeiten gerade daran, spezielle Führungen in Jülicher Forschungseinrichtungen anzubieten, die man sonst nicht ohne weiteres zu sehen bekommt“, sagte Anne Gatzen.

Die Karte ist an gewisse Auflagen gebunden. Sie erhält auf Antrag, wer seit zwei Jahren 250 Stunden jährlich (oder 5 Stunden wöchentlich) ehrenamtlich arbeitet. Diese Zeiten müssen über Bestätigungsschreiben der Verantwortlichen in Vereinen oder Einrichtungen bestätigt werden (siehe Info rechts). „Ab dem 1. Januar 2018 können wir ausgeben“, erklärte Anne Gatzen.

Andreas Kersting ist Referatsleiter Bürgerschaftliches Engagement bei der Landesregierung und sagte am Montag, dass die Ehrenamtskarte seit ihrer Einführung 2008 schon 39.000-mal vergeben wurde. 230 Städte und Gemeinden nutzen sie, Jülich sei nun die erste im Kreis Düren. Das Land gibt den teilnehmenden Kommunen eine kleine Anschubfinanzierung.

Insgesamt 4000 Vergünstigungen werden auf der Homepage www.ehrensache.nrw.de aufgeführt, sortiert nach Orten. Wer also zum Beispiel nach Aachen, Düsseldorf oder Köln zum Bummeln fährt, kann vorher nachschauen, welches Angebot für ihn in Frage kommt. Ermäßigungen in Kinos, Theatern, Opernhäusern, Museen — bis hin zum 30-Cent-Preisnachlass bei einem Bäcker, der die Aktion unterstützt. Rabatte gibt es grundsätzlich auch bei bestimmten Versicherungen. Wer sich kurzfristig informieren möchte, kann auch das sozusagen unterwegs: per App, die auf dem Smartphone installiert wird.

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