Euregio Jazzfestival: Spielfreude mal fünf lässt die City swingen

Euregio Jazzfestival : Spielfreude mal fünf lässt die City swingen

Viele Menschen haben am Samstag das breit gefächerte Jazzangebot in der sechsten Auflage des „Euregio Jazzfestivals“. Nach altbewährtem Konzept war es als Kneipenrallye mit fünf Bands in fünf Jülicher Gaststätten organisiert.

Jede Formation begeisterte mit ihrer eigenen Jazzspielart. Neu im Vergleich zu den Vorjahren waren die zeitgleichen Pausen der Bands, so dass die vielen Jazzfreunde in wenigen Gehminuten problemlos zwischen den nahe gelegenen Lokalitäten hin und her wechseln konnten.

Durch die großzügige Unterstützung des Kreises Düren und der Sparkassen Düren konnten sich die Jazzclubs Jülich und Vaals sowie die Jazzvereine Aachen und Zuid Limburg / NL erneut eine fünfte Band in einem zusätzlichen Lokal leisten, für die Besucher blieb der Gesamteintritt unverändert günstig.

Traditionell spielte im „Café Liebevoll“ die regional beliebte New-Orleans Jazzband „Sun Lane Limited“ aus Aachen auf. Die sieben Hobby-Jazzer swingen seit 40 Jahren in fast unveränderter Besetzung zusammen. Im Repertoire hatten sie etwa die Jazz-Standards „Bill Bailey“, „Somebody else is taking my place“ oder „On higher ground“.

Völlig überfüllt war das neue, riesige „Café Extrablatt“, wo die sechsköpfige niederländische „Barrelhouse Jazzband“ Old Time Jazz vom Feinsten aufspielte – unter Verwendung seltener Instrumente im Jazz-Line-Up wie Flügelhorn und Tenor-Saxophon. Sogar draußen hatten die Besucher bei milder Herbstwitterung Platz genommen. Die Jazzliebhaber nickten im Rhythmus mit den Köpfen und wippten mit den Füßen.

Wie in allen Lokalen der Kneipenrallye ernteten erstklassige Solointerpretationen begeisterten Zwischenapplaus. Gespielt wurden unter anderem „All of me“, „I found a new baby“ oder „Jazz me blues“.

Überfüllt war auch das benachbarte „Caseus & Vinum“, wo das Aachener „Revival Quartett“ um Professor Rolf Theenhaus in aller Gemütlichkeit Klangjuwelen aus dem internationalen Swing, Latin und Mainstream interpretierte – im ansprechenden Ambiente lukullischer Köstlichkeiten.

Das „Chase Kwartet“, im Oktober 1984 von Henri Giebels gegründet, trat im „Bistro am Schwanenteich“ als Quintett auf. Diese Formation besteht seit einiger Zeit, da ein Freund, „einfach so aus Freude an der Musik“ dazu gestoßen ist. „Sagen wir einfach mal Swing, Mainstream“, bezeichnete Giebels die selbst gestellte Frage nach dem Stil.

Das Fünfer-Quartett aus der Nähe von Nijmegen spielte so herrlich unkompliziert, dass die Musik die Zuhörer gleichsam abholte. „Der Swing tut einfach gut“, brachte eine Besucherin die Stimmung auf den Punkt.

„Down South Jazzband“, der Name ist Programm. Im zumeist dicht besetzten „Café Fleur“ begeisterte die Band unter dem Markenzeichen des Cornets die Zuhörer mit original New Orleans Jazz in Art des „Zweitakt-Orchesters“, Rhythmusgruppe und Bläsergruppe im perfekten Zusammen- oder Wechselspiel. Bandleader Jan Tom Fernhout wusste das Publikum durch geschickte und amüsante Moderation bestens mit einzubeziehen.

Erneut zeigten sich die zahlreichen, von Lokal zu Lokal ziehenden Jazzliebhaber von der puren swingenden Spielfreude und dem perfekten Zusammenspiel der Jazzcombos begeistert. (ptj/jago)

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