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Jülich: Sozialkaufhaus fairKauf: Seit zehn Jahren in Jülich

Jülich : Sozialkaufhaus fairKauf: Seit zehn Jahren in Jülich

Die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen blickten vergangenen Montag auf zehn Jahre zurück, die der fairKauf schon in Jülich an der Großen Rurstraße besteht. Über 100 Menschen suchen den fairKauf pro Öffnungstag auf, das sind etwa 400 bis 500 Kunden in einer normalen Woche.

Über die vergangenen Jahre ergibt dies eine kaum vorstellbare Zahl an Besuchern für den kleinen, rein ehrenamtlich geführten Laden. Caritas-Vorstandssprecher Dirk Hucko war gekommen, um sich bei den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen zu bedanken und mit ihnen die Wegmarke zu feiern.

„Wir freuen uns sehr über die tolle Entwicklung des fairKaufs in Jülich in den vergangenen zehn Jahren und bedanken uns herzlich bei dem ehrenamtlichen Team für dessen großartiges und beispielhaftes Engagement“ so Hucko. Mit Gemeindesozialarbeiterin Sylvia Karger verteilte er ein dickes Dankeschön ans 18-köpfige Ehrenamtsteam, von denen fünf aus zeitlichen Gründen fehlten. Zu der kleinen Feier hatte man sich eine Stunde vor der Öffnung versammelt. Im fairKauf werden gespendete Kleidung und kleine Haushaltswarenartikel zu besonders günstigen Preisen angeboten.

Seit der Eröffnung vor zehn Jahren stieg die Zahl der Besucher stetig. Das ist erfreulich, weil es die gute Arbeit der Ehrenamtlichen vor Ort bestätigt, zeigt aber auf der anderen Seite auch, dass immer mehr Menschen aufgrund ihres geringen Einkommens auf existenzunterstützende Angebote in Jülich angewiesen sind. So dankte auch die Sozialdezernentin der Stadt Jülich, Doris Vogel, der Caritas als Träger der Kleiderkammer für die gute Zusammenarbeit in solchen Fragen.

Besonders stellte auch sie die unbezahlbare Arbeit der Ehrenamtler in den Mittelpunkt: „Ohne sie würde unser Sozialstaat nicht gut funktionieren“ so Vogel. Pfarrer i.R. Dr. Peter Jöcken und die Gemeindereferenten Petra Graff und Ralf Cober begleiten die Gemeindesozialarbeit ebenfalls seit vielen Jahren und sprachen dem Team Dank und Anerkennung für ihre caritative Tätigkeit aus. „Aktive Nächstenliebe ist eine eminent christliche Aufgabe. Wir dürfen nicht sagen: Lasst das mal den Staat oder die anderen machen“, so Pfarrer Jöcken, denn „Nächstenliebe ist Gottesdienst“.

„Erste Wahl aus zweiter Hand“

Der fairKauf wurde im Juni 2008 eröffnet und ging aus der Kleiderkammer des Caritasverbandes hervor, die bereits über 30 Jahre in Jülich bestand. Alle im fairKauf angebotenen Textilien und Haushaltswaren stammen aus Spenden, die jederzeit willkommen sind. „Erste Wahl aus zweiter Hand“ lautet das Motto: Gut erhaltene Kleidung und kleine, intakte Haushaltswaren (außer Elektrogeräte), die man unter den Arm nehmen kann, sind zu niedrigen Preisen erhältlich. Zur Feier des Zehnjährigen gibt es einen weiteren Jubiläumsrabatt von 30 Prozent. Der Überschuss wird für soziale Projekte gespendet.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten ihren Dienst ehrenamtlich. Die Erlöse, die das fairKauf-Team in der Vergangenheit erzielte, flossen wiederum in diverse andere soziale Projekte der Caritas und in die Unterstützung anderer gemeinnütziger Initiativen. Unter anderem wurden die Kinderstadtranderholung der Caritas, die insbesondere Familien mit einem geringen Einkommen eine Teilnahme ermöglicht, und viele andere soziale Projekte hierdurch unterstützt.

Der fairKauf in der Großen Rur-straße 55 in Jülich ist montags, mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr geöffnet.