Jülich: Sommerweine finden reißenden Absatz

Jülich: Sommerweine finden reißenden Absatz

„Es war bombig.” Barbara Eger, die mit ihrem Mann Bodo von Anfang an beim Jülicher Wein-Sommer dabei ist, urteilt wie die anderen zwölf Winzer, die das diesjährige Weinfest auf dem Schlossplatz beschickt haben. Denn deren Einladung folgten an vier Tagen tausende Gäste.

„Das Wetter wird sich halten.” Bevor Jülichs Bürgermeister Heinrich Stommel den obligatorischen Rundgang nach der Eröffnung startete, wagte er eine Prognose, die angesichts der letzten Hitzewochen eigentlich nicht schwer war. Der Bürgermeister sollte recht behalten. „Das Wetter hat hervorragend mitgespielt, der Donnerstagabend war noch zu heiß, aber dann war es das richtige Wetterchen zum Genießen.”

Zum elften Mal dabei war Werner Grosch. Dass er wiederkommen wird, ist keine Frage. Dann wird er wieder seinen Grauburgunder öffnen. Einige hundert Mal im Verlauf des Jülicher Festes.

Lieblich und trocken

„Dieses Event gehört zu unserem Muss, und wir freuen uns immer wieder, dass in der Herzogstadt auch das junge Publikum Geschmack am Wein hat. Die Jugend steigt mit einem lieblichen Wein ein, erst ab einem gewissen Alter werden dann die Weine trockener”, sagt der Experte aus der Pfalz. Erst zum zweiten Mal in Jülich war das Weingut Langenwalter. „Für uns ist dieses Fest absolut ausbaufähig. Wir waren überrascht über diesen Zulauf.”

Bei Renate Langenwalter waren am Freitag eine Riesling Spätlese, samstags dann der Burgunder die Renner. „Mir hat es besonders gut gefallen, dass die Jugend nicht nur in so großer Zahl anwesend war, sondern dass es absolut ruhig vonstatten ging, die jungen Leute sehr kultiviert, auch nach dem dritten Glas Wein, aufgetreten sind.” Barbara Eger und ihren Mann freute es, dass es gerade ihr Dornfelder Rosé war, der weg ging wie geschnittenes Brot.

Wie am Stand daneben der „Summertime” vom Weingut Klöckner. „Der ist seit drei Jahren in Jülich der absolute Renner”, sagt Silvia Klöckner. Sozusagen als Beweis musste man denn auch am Sonntag in den frühen Abendstunden passen. „Tut mir leid, der ist ausverkauft”, hieß es mit einem Bedauern.

Am Nachbarstand von Winzer Volker Schäfer war dies schon am Samstagabend der Fall. Sein Sommerwein, der Trivini, war ausverkauft. So musste aus dem kleinen Weindorf Mettenheim zwischen Worms und Mainz Nachschub besorgt werden. „Dieses Fest war der absolute Renner. So viele Gäste und Kunden haben wir noch nie bewirten dürfen.” Auch Schäfer zog ein zufriedenes Fazit.

Grund zum Ärgernis hatten am Freitag- und Samstagabend allenfalls die weiblichen Gäste. Denn wenn sie mal mussten, mussten sie lange warten. Es hätte einfach eines größeren Toilettenwagens bedurft. Da muss der Veranstalter für das nächste Jahr Abhilfe schaffen, denn der zwölfte Weinsommer im kommenden Jahr wird wiederum ein Publikumsmagnet werden. Da sind sich die Winzer alle einig.