„Watt zu Lachen“: Solo mit dem Sitzungspräsidenten

„Watt zu Lachen“ : Solo mit dem Sitzungspräsidenten

Bei der Veranstaltungsreihe „Watt zu Lachen“ hat Volker Weininger mit seinem Programm „Solo!“ im Kulturbahnhof überzeugt. Seiner karnevalistische Figur widmete der Komiker erstmals einen ganzen humoristischen Abend.

Der Komiker Volker Weininger ist innerhalb der Veranstaltungsreihe „Watt zu Lachen“ im Kulturbahnhof aufgetreten. Dabei sorgte er durch die Verkörperung des Sitzungspräsidenten in seinem Programm „Solo!“ für Dauergelächter im Zuschauerraum.

Auch wenn der Sitzungspräsident Volker Weininger schon seit der Mitte der 90er begleitet, ist es das erste Programm, das dem Sitzungspräsidenten ganz allein gewidmet ist. Dazu Weininger: „Im Karneval hat man 20 Minuten. Aber ich hatte das Gefühl, dass noch Geschichten zu erzählen sind.

Außerdem kann man sich mit dem abendfüllenden Programm Zeit nehmen und Bilder im Kopf entstehen lassen.“ Schon als der Sitzungspräsident die Bühne betrat, brach das Publikum in Applaus aus. Bereits Monate im Voraus war die Veranstaltung ausverkauft.

Der eher konservative Karnevalist mit Alkoholproblem erzählte Geschichten aus verschiedenen Bereichen des Lebens. Geprägt wurden diese durch eine immer wieder argwöhnische Haltung gekoppelt mit wortgewandten, resümierenden Feststellungen, die den Humor des Publikums trafen.

Ganz der Figur entsprechend stand zu Anfang das Vereinsleben im Fokus. So sagte der Sitzungspräsident zu Nachwuchsproblemen: „Früher herrschte bei den Garden noch Zucht und Ordnung. Das wurde noch auf den Wehrdienst angerechnet. Heute heißt unsere Garde ‚Die Grauen Stars‘. Ich höre immer, dass den Vereinen die Mitglieder weglaufen. Ich wünschte, die könnten das noch.“

Auch der Elferrat der Fidelen Veganer blieb dem Sitzungspräsidenten in Erinnerung: „Ich habe nichts gegen diese Gemüselutscher, aber da denkste, dass eine Abordnung von Körperwelten vor dir sitzt.“ Wieder lachten alle auf. „Da hörste an der Bushaltestelle ein Zähneklappern, da meinste die Störche sind aus dem Süden zurück“, sagte der Präsident zu aktuellen Jugendmode und sprengte die Stimmungsskala: „Dicker Schal und Knöchelfrei, ist das neue Arschgeweih.“

Spontane Sprüche

Auch spontan war immer ein lustiger Spruch parat. Während der Veranstaltung fielen im Zuschauerraum ungewöhnlich oft Flaschen um. Nachdem das gefühlt zehnte Getränk der Gravitation zum Opfer gefallen war, reflektierte der Präsident die Geräuschkulisse: „Uh, da ist jetzt eine Kontaktlinse rausgefallen.

Also ich bin jetzt kein Optiker, aber du brauchst auf jeden Fall welche.“ Natürlich kugelten sich die Besucher bei so viel spontanem Witz regelrecht in ihren Stühlen. „Hervorragend, wortgewandt, ein Vulkan des rheinischen Frohsinns“, fasste Zuschauer Guido Claßen seinen Eindruck des Events zusammen.