Kultur- und Begegnungsstätte: So wird die neue Linnicher Kulturstätte aussehen

Kultur- und Begegnungsstätte: So wird die neue Linnicher Kulturstätte aussehen

Sie wird kein schwarzes Ungetüm, die Kultur- und Begegnungsstätte auf dem Place de Lesquin in Linnich. Aber sie wird sich dunkel kleiden. Der Bau- und Liegenschaftsausschuss der Stadt traf am Donnerstag die entsprechende Klinkerwahl.

Wie Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker (SPD) erklärte, hatten die planausführende Firma um ein „eindeutiges Votum“ zur Steinauswahl gebeten. Musterklinker lagen dazu im Sitzungssaal aus, aber notwendig waren die Stücke nicht. Die Computergrafik mit der jeweiligen Verklinkerungsvariante reichte als Entscheidungsgrundlage völlig aus.

Muster 1 zeigte einen dunklen Klinker mit changierenden, also leicht wechselndem Farbton, was dem dunklen Ton die Schwere nimmt. „Der Stein liegt im Preisrahmen dessen, was wir ausgeschrieben haben“, erläuterte die Bürgermeisterin. Pro 1000 Stück werden 500 Euro veranschlagt.

Ebenfalls auf dunklen Klinker setzte Muster 2. Auffälliger Unterschied zu Muster 1 ist die helle Verfugung bei dieser Variante.

Der Stadt vorgestellt hatte der Architekt zudem zwei Varianten mit hellen Steinen. Die wären nicht nur teurer als die dunklen Klinker. Sie hätten zudem Auswirkung auf die Farbgestaltung der restlichen Gebäudeteile, beispielsweise Fensterrahmen, die farblich angepasst werden müssten. Das wiederum wäre mit Mehrkosten verbunden.

Es kristallisierte sich recht schnell heraus, dass Muster 1 der allgemeine Favorit ist. Vornehmlich die Damen im Ausschuss, Dr. Sonja Bischof (Bündnis 90/Die Grünen) und Katharina Adams (FDP), sprachen sich uneingeschränkt für Muster 1 aus. Dieser dunkle, etwas changierende Klinker passt farblich zum benachbarten Hallenbad RUBA, wie sich Heinz-Martin Von dem Broch (CDU) versichern ließ. Man habe bei der Auswahl der Materialien schon darauf geachtet, dass sich das neue Gebäude harmonisch in die vorhandene Bebauung fügt. Marion Schunck-Zenker: „Einen roten Stein haben wir aus diesem Grund schon ausgeklammert.“

Die Rückseite der neuen Kultur und Begegnungsstätte. Foto: Grafik: Stadt Linnich

Ein gestalterischer Hinweis von Manfred Neukirchen (SPD) geht allenfalls ins Protokoll ein. Seiner Erfahrung nach, würde ein großflächigerer Stein auf einem großen Gebäude besser wirken.

Das Votum für Muster 1 fiel letztlich einstimmig aus. Gleichwohl wurde bedauert, dass der viel gerühmte Körrenziger Klinker nicht in die engere Wahl genommen wurde. Die Bürgermeisterin beließ es bei dem Hinweis auf das Ausschreibungsverfahren, dass keinen Heimvorteil ansässiger Unternehmen zulasse.

Mittlerweile ist Betriebsamkeit auf dem Bauplatz der Begegnungsstätte eingekehrt. Das Areal wird auf unliebsame „Kriegsreste“ untersucht. Die Löcher der Probebohrungen, die der Kampfmittelräumdienst vornimmt, werden im Übrigen verfüllt und dienen so als tragende Elemente des Fundaments.

Da die Bodenuntersuchung auf diese Weise quasi Bestandteil der Bauarbeiten ist, hat die Stadt auch auf einen Spatenstich verzichtet, wie Verwaltungsleiterin Marion Schunck-Zenker auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. Statt dessen ist im November eine offizielle Grundsteinlegung geplant.

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