Tipps für die Hitze-Woche: So reagiert der Kreis Düren auf die heißen Tage

Tipps für die Hitze-Woche : So reagiert der Kreis Düren auf die heißen Tage

Schwitzen Schützen in vollem Ornat eigentlich gar nicht? Und wie geht man überhaupt in den kommenden Tagen mit den zu erwartenden Höchsttemperaturen um? Welche kleinen Hilfsmittel oder Tricks machen sie erträglicher, wie sieht es mit der Ernährung aus? Wir haben an einigen Stellen nachgefragt.

Die führenden Wetter-Institute sind sich immerhin einig, dass die Temperaturen in dieser Woche den bisherigen Jahres-Höchstwert von 35,6 Grad übertreffen werden – selbst das Allzeithoch von 40,3 Grad aus dem Jahre 2015 könnte durch den „Sahara Outbreak“ seinen Spitzenplatz verlieren. Zu den regionalen Hitzeschwerpunkten zählt neben anderen Bundesländern NRW und somit auch der Kreis Düren.

Dass der Sommer Einzug hält, wird allgemein mit Freude registriert und weckt bei den ansonsten nicht vom Sonnengott verwöhnten Westeuropäern spontane Urlaubsgefühle. Ab einem gewissen Level jedoch droht die fröhlich-entspannte Stimmung zu kippen. Spätestens wenn die Quecksilber- oder Alkoholsäule des Thermometers selbst in der Nacht nicht unter 25 Grad fallen will, beginnt vielerorts das große Stöhnen.

Auf eine frühere Anfrage an Jülichs „Tourist-Information“, welche Orte an besonders heißen Tagen zu empfehlen seien, lautete die Antwort, das Rurufer oder den Brückenkopfpark, sowie natürlich an erster Stelle das Freibad aufzusuchen. Vor dessen Einlass bildeten sich bereits am Sonntag lange Schlangen. Das kühlende Nass war das Ziel von über 2000 Erfrischung suchenden Gästen, unter ihnen Marco Maria Emunds. „Bei tollem Wetter bietet sich natürlich das Jülicher Freibad an. Es liegt vor der Haustür, ist sauber, ist ein tolles Angebot - wie ein kleiner Urlaub zu Hause“, zollte er der Einrichtung ein großes Lob.

Ähnlich lautend sind die Empfehlungen lokaler Apotheker. Allgemein wird dazu geraten, auf genügend Flüssigkeitszufuhr zu achten. Der durch das Schwitzen entstehende Salzverlust ist dem eines aktiven Hochleistungssportlers sehr ähnlich. Die Zufuhr basischer Vitalstoffe, beispielsweise in Form von Apfelschorle, wirkt dem positiv entgegen. Weiterhin besteht die Gefahr von Kreislaufproblemen, die sich oft durch „schwere Beine“ ankündigen. Anregende Weißdornprodukte oder kühlende Lotionen beugen dem ebenso vor, wie Einreiben mit einem „Bein-Gel“ oder angenehme Erfrischungssprays fürs Gesicht.

Auch in den Innenstädten bieten sich Oasen der Abkühlung an. So reicht es oft aus, über die Schwelle eines Geschäfts zu treten. So gelangt man mit einem Schritt in eine angenehm kühle Umgebung, in der man willkommen ist - dies bestätigten jedenfalls die von uns befragten Inhaber. Sich ohne Kaufzwang einen Überblick im Angebot zu verschaffen wird gerne gesehen.

Bereits am Sonntag bildeten sich lange Schlangen am Einlass zum Jülicher Freibad. Foto: Günter Jagodzinska

Wie gehen die Schützenbruderschaften mit Temperaturen an den Obergrenzen der Thermometer um? Hierzu stellte stellvertretend Johannes Hintzen, Brudermeister der St. Sebastianus Bruderschaft Müntz, am Rande des Spieler Schützenumzugs am Sonntag fest: „Ich kenne keinen Schützenumzug, der aufgrund von zu großer Hitze ausgefallen wäre.“

Wird es richtig heiß, werden Trinkpausen eingeplant, bei denen man sich hinreichend erfrischen kann.“ Als langjähriger aktiver Schütze ist Hintzen sich einer gewissen Vorbildrolle bewusst und ergänzt: „Wenn man das Richtige darunter an hat, dann braucht man auch die Schützenjacke nicht auszuziehen, so dass die schöne Optik erhalten bleibt.“

Ganz entspannt sieht Gerti Müller aus Spiel das Spiel der Temperaturen. Mit einem Schmunzeln erinnert sich die fitte Seniorin an Hitzeperioden in früheren Zeiten: „Wir sind morgens, egal wie heiß es wurde, bei jedem Wetter aufs Feld zur Arbeit gegangen. Und wenn dann datt Fell ab war, dann war datt Fell halt ab.“ So weit, dass sich die Haut abschält, sollte man es freilich nicht kommen lassen. Angesagt ist ein bewusster Umgang mit den natürlichen Gegebenheiten, die besonders in extremen Situationen in einer positiven Stimmung deutlich besser zu ertragen sind.

Der Sommer ist endlich da, er kann gerne noch lange bleiben, so war die Aussage fast aller am vergangenen Wochenende befragten Passanten.

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