So original wie möglich restauriert: Bahnwartehäuschen in Kirchberg

Dorfgemeinschaft restauriert Gebäude : Altes Bahnwartehäuschen in Kirchberg in neuem Glanz

Es ist ein kleines Stück regionale Geschichte: Das Bahnwartehäuschen am Ortseingang von Kirchberg an der Wymarstraße erinnert an die Bahnstrecke der Kreisbahn, die zur Jahrtausendwende stillgelegt wurde. Lange war es kein schöner Anblick: Die Wände waren beschmiert, das Grundstück war zugewachsen und vermüllt.

Brigitte Schubert von der Dorfgemeinschaft „Zukunft Kirchberg“ hatte eines Tages beim Vorbeifahren den Gedanken, es wieder auf Vordermann zu bringen. Sie stellte die Idee dem Verein vor und sofort wurde das Projekt angegangen. Finanziert wurde die Restaurierung durch Spenden und Fördertöpfe.

Am wichtigsten war allerdings die Eigenleistung der Mitglieder von Zukunft Kirchberg, denn bei fast allem haben sie selbst Hand angelegt und ehrenamtlich viel Zeit in das Projekt investiert. „Die Stunden können wir gar nicht zählen, aber wenn man es dann fertig sieht, denkt man: Toll, das hat sich gelohnt“, sagt Günter Schubert.

Zu tun gab es einiges: Bäume mussten gerodet werden, der Müll weggeschafft, das Häuschen gestrichen, Obstbäume und Sträucher gepflanzt. Auch der Platz vor dem Gebäude musste angefüllt werden, allerdings so, dass es rückbaufähig ist. Denn darunter laufen die alten Gleise. Und die könnten mit der Aktivierung der Kreisbahn eines Tages wieder gebraucht werden. Mittlerweile sieht das Bahnwartehäuschen fast wieder aus wie in früheren Zeiten: Die Mitglieder von Zukunft Kirchberg verwendeten die Originalfarbe, bauten die Originaltür ein. Und sogar der Schriftzug „Kirchberg bei Jülich“ kam beim Abspritzen der Wand wieder zum Vorschein. Zwei Jahre hat der Verein für die Restaurierung gebraucht. An Fronleichnam wird es eingeweiht.

Das Bahnwartehäuschen am Ortseingang von Kirchberg vor der Restaurierung. Foto: Günter Schubert

Jetzt schon erreichen den Verein viele positive Rückmeldungen: „An schönen Tagen oder Feiertagen ist die Fahrradstraße voller Verkehr, und die Leute sagen: Das ist toll“, erzählt Katharina Ketels-Hagen von der Dorfgemeinschaft Zukunft Kirchberg.

Dabei ist die Arbeit noch nicht ganz zu Ende: Das Fenster und der Schriftzug sollen einen Holzrahmen bekommen. Möglicherweise kommen auch weitere Bänke, ein Spielgerät und ein Waldsofa auf dem Platz hinzu – dazu laufen die Überlegungen aber noch. Außerdem sollen Informationstafeln angebracht werden – etwa zum historischen Rundwanderweg, der künftig hier starten soll.

„Es ist eine tolle Möglichkeit für Wanderer und Radfahrer zur Rast“, sagt Schubert. Bleibt nur zu hoffen, dass dies auch so bleibt. Zwar haben Schubert und Ketels-Hagen bisher noch keinen Vandalismus am Bahnwartehäuschen erlebt. Doch die Sorge besteht immer, dass die viele Arbeit in wenigen Minuten von Vandalen zerstört wird.

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