Engelsdorf: Sicherungsarbeiten an der Burg Engelsdorf beginnen

Engelsdorf: Sicherungsarbeiten an der Burg Engelsdorf beginnen

Die Grundsicherung des ruinösen Nordwesttrakts der zweiflügeligen Burg Engelsdorf mit Rundturm aus dem Jahre 1526, liebevoll „Palas” genannt, steht an.

Die insgesamt 900.000 Euro teure Gesamtsicherung der erstmals 1080 urkundlich nachgewiesenen Wasserburg, die mehrfach umgebaut wurde, so 1526 mit Renaissanceelementen, wird sich über die nächsten vier Jahre erstrecken. Bund und Land übernehmen zwei Drittel der Kosten.

Der Kölner Architekt Volker Kirsch, der mit seinem Kollegen Ekkehard Kandler den Auftrag erhielt, erläutert die Hintergründe: Die Bundesmittel von 440.000 Euro entstammen einem „einmalig aufgelegten Programm”, 220.000 Euro fließen aus Töpfen der Bezirksregierung. Ziel der Maßnahme zur Denkmalpflege sei die Grundsicherung, eine Rekonstruktion sei nicht geplant.

Vor zwei Jahren begann mit einem Notruf von Burgbesitzer Juan Fernandez die Notsicherung des völlig maroden Dachstuhls über dem gotischen Turmgewölbe per Kran vom Innenhof her. Als Zugbänder dienten zwei Stahlseile um den Turm, eine Holzkonstruktion mit Bitumendachbahnen wurde errichtet.

Aus Abrechnungsgründen muss nun bis Ende des Jahres das Palasdach komplett demontiert und durch Ringanker und Turmhelm statisch gesichert sein. In den nächsten zwei bis drei Jahren werden Wandflächen von außen und innen instand gesetzt, Fenster und Fenstergewände sowie Eichenträger im Inneren je nach Zustand erneuert oder ausgetauscht. In die Instandsetzungsmaßnahme ist auch der zweite Turm im Innenhof mit seiner einzigartigen Holzspindeltreppe involviert.

Selten hat Kirsch „ein so original erhaltenes Bauwerk gesehen”. Die chilenische Künstlerfamilie Fernandez, seit 1989 Burgbesitzer, kaufte für die Maßnahme einen rund 44 Tonnen schweren Kranwagen, der mit Hilfe der Firma „Baumaschinen Rutenbeck” aus Kerpen/Türnich im Laufe eines Tages mühsam positioniert werden musste.

Die Tatsache, dass am Morgen starker Regen den Boden aufweichte und der Kranwagen seitlich im Matsch abrutschte, war dabei nicht gerade hilfreich. Mit einem Kettenbagger zog Fernandez selbst den mit Seilkonstruktionen befestigten Kranwagen an Ort und Stelle. „Das ist in Ordnung, die Bäume brauchen auch Wasser”, kommentiert er die Wetterlaune.

Besichtigungen an Burg Engelsdorf

Deutschlandweit findet am Sonntag, 13. September, wieder der Tag des offenen Denkmals statt - diesmal mit dem Schwerpunktthema „Historische Orte des Genusses”.

Die Burg Engelsdorf ist von 11 bis 17 Uhr für Besuchern geöffnet. Außenführungen an der Burganlage erfolgen um 11, 12.30, 14, 15.30 und 17 Uhr. Informationen zu den künstlerischen Arbeiten und ein Informationsstand des Ortskuratoriums der Deutschen Stiftung Denkmalschutz befinden im benachbarten Ateliergebäude.

Auch der Förderverein Kommende Siersdorf beteiligt sich an dieser Veranstaltung: um 14.30 und um 15.30 Uhr wird jeweils eine Führung durch das Herrenhaus der Deutschordens-Kommende angeboten.

Treffpunkt ist der Infostand des Fördervereins am Eingang zur Kommende, der von 14 bis 16 Uhr besetzt ist. Hier besteht die Möglichkeit, Einblicke in die aktuelle Arbeit des Vereins zu nehmen.

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