Jülich: Sicherheitsstufe 1: Thailändische Prinzessin im Forschungszentrum

Jülich : Sicherheitsstufe 1: Thailändische Prinzessin im Forschungszentrum

Die höchste Alarmstufe herrschte am Donnerstag im Forschungszentrum Jülich (FZJ), wo sich blaublütiger Besuch angesagt hatte: die thailändische Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn informierte sich in Begleitung von Vorstandsvorsitzendem Prof. Wolfgang Marquardt im Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG) über die Pflanzenforschung im FZJ.

Während ihres Aufenthalts wurden Verträge unterzeichnet zu einem Austausch von Studenten und Wissenschaftlern zwischen dem FZJ und der King Mongkut‘s University of Technology Thonburi (KMUTT) in Bangkok sowie einer Kooperation zu einem Joint Lab mit der thailändischen National Science and Technology Development Agency (NSTDA). In dem Joint Lab sollen gemeinsame Projekte zum Thema der nachhaltigen Bioökonomie und Pflanzenphänotypisierung bearbeitet werden.

Bereits seit Anfang 2017 untersuchen Jülicher Wissenschaftler der Abteilung Pflanzenforschung mit der NSTDA, Department of Agriculture und der KMUTT in einem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt, wie die Produktivität von Maniok in Thailand gesteigert werden kann.

Maniok, oder auch Cassava, ist mit einer jährlichen Produktion von rund 25 Millionen Tonnen eine der wichtigsten Nutzpflanzen Thailands, die auch auf mageren Böden gedeiht. Die Wurzeln sind reich an Stärke. Maniok, das übrigens mit Stumpf und Stil verwertbar ist, wird deshalb bevorzugt für die Produktion von Stärke genutzt, aber auch für Süßstoffe und in der Lebensmittelindustrie.

Das Ziel des deutsch-thailändischen Projektes ist es, besser zu verstehen, wie sich die Speicherwurzel von Maniok entwickelt und welche Gene dafür verantwortlich sind. Mit diesem Wissen soll erreicht werden, die Bildung der Speicherwurzel zu fördern und damit die Erträge zu steigern.

Über den Stand dieser Forschungen informierte sich die Vertreterin des thailändischen Herrscherhauses in den diversen Gewächshäusern des Forschungszentrums, wo ihr die Wissenschaftler Möglichkeiten und Methoden der Pflanzenforschung demonstrierten und zeigten, wie weit das Genom der Pflanze schon entschlüsselt worden ist. Die königliche Hoheit, die von einem großen Stab begleitet wurde, zeigte sich sehr interessiert und stellte immer wieder Fragen an die Wissenschaftler. Für die Antworten und eigene Notizen führte sie eine schwarze Kladde mit, in der sie Seite um Seite füllte, während jeder ihrer Schritte von Hof-Fotografen und -Kameraleuten dokumentiert wurde.

Nachdem der prominente Gast im Seecasino ein Mittagessen eingenommen hatte — zuvor war dort ein schützender Trupp von Bundeswehr-Soldaten aufmarschiert — besichtigte Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn die Jülicher Supercomputer und die benachbarte „künstliche Sonne“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Jülich. Die Prinzessin kam auf Einladung des Instituts für Bio- und Geowissenschaften, das den Arbeitsbesuch auch koordiniert hatte.

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