Selgersdorf feiert Taufe des Strohmanes

Für die Sünden der Bürger büßen : Karnevalsjecken taufen ihren Strohmanes

Der im Jülicher Land allseits bekannte Lazarus Strohmanus, der nach dem traditionellen Umzug durch die Herzogstadt, bei dem er mit einem Sprungtuch aufgeworfen, kurz gepreckt wird, sein nasses Ende in der Rur findet, hat in Selgersdorf sein Gegenstück.

Hier feiert die KG Strohmänner jedes Jahr im Festzelt die Taufe des Strohmanes, der genau wie sein Jülicher Pedant für die Sünden der Bürger büßen muss, aber hier nicht im Fluss endet, sondern auf einem Scheiterhaufen unter großem Wehklagen der Zuschauer verbrannt wird.

Seit über fünfzig Jahren besteht diese Tradition und es werden die gleichen Lieder wie beim Vorbild in Jülich gesungen. Für die Strohmanestaufe war auch in diesem Jahr ein vielfältiges Programm erstellt worden, an dem zahlreiche Gastgesellschaften teilnahmen.

Das waren die KG Bärmer Sandhasen, die 1. Bardenberger Prinzengarde, die KG Rursternchen Jülich, die GKG Fidele Brüder Koslar, die KG Fidele Brüder Tetz, die KG Fidele Jonge Nörvenich, die KG Stopp dä Mutz Broich, die KG Bretzelbäckere Mersch-Pattern, die AKV Stadtgarde Linnich, die KG Pannebäckere Langerwehe, die KG Lustige Jonge Inden/Altdorf, die KG Ulk Selgersdorf, die KG Schanzeremmele Stetternich, die Stadtgarde Jülich, die KG Lengeschdörpe Klompe, die KG Seeräuber Obermaubach, die KG Böschremmele Hambach und die KG Rot-Gold Rödingen.

Mit ihren Tanz- und Musikaufführungen sorgten die Gruppen bei Groß und Klein für gute Laune im vollbesetzten Zelt und wurden vom Publikum mit viel Applaus bedacht. Natürlich braucht auch der Selgersdorfer Strohmanes Taufpaten, und die kamen in diesem Jahr von der Sparkasse am Jülicher Schwanenteich.

Der stellvertretende Beratungscenterleiter Jakob Braun hatte die Rolle des Täufers übernommen und wurde von der Leiterin des Beratungscenters Karin Pütz und Privatkundenleiterin Katharina Herkenrath als Taufpatinnen unterstützt. Der Strohmanes bekommt immer den Vornamen des Paten und so wurde diesmal ein Jakob getauft.

Passend als die heiligen drei Könige aus dem Morgenland verkleidet betraten die drei die Bühne und die Ansprache fand in Latein statt, wobei der Text natürlich für alle Zuhörer sofort übersetzt wurde. Es wurde über das Leben, den Wohnort und die Hobbys der drei Paten berichtet und allen Karnevalsjecken eine tolle Session gewünscht.

Gemeinsam wurde dann mit allen Anwesenden das Lied „Mer kummen us dem Morgeland“ angestimmt, und im Anschluss tranken die heiligen drei Könige gemeinsam mit dem Präsidenten der KG Strohmänner Dirk Lausberg einen Schnaps auf das Wohl des Strohmanes, bekamen die traditionellen rot-blauen Kappen aufgesetzt und beendeten so die Taufe gemäß der Tradition.

(bw)
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