Jülich: „Seelsorger mit Herzblut” sagt ade

Jülich: „Seelsorger mit Herzblut” sagt ade

Fast wie ein Familienfest fühlte sich der berufliche Abschied Propst Heinrich Bongards an. Die Laudatoren und Gute-Wünsche-Bringer im PZ der Zitadelle kamen nicht nur in offzieller Mission als Bürgermeister, Leiter des Kirchenvorstandes, Kirchengemeindeverbandes oder Vertreter der evangelischen Gemeinde.

Sie alle verbinden mit dem scheidenden Propst eigene Erlebnisse und ein Stück persönlicher Glaubensgeschichte.

Dankesworte des Bischofs

Vor dem Festakt feierte Propst Bongard letztmalig unter diesem Titel mit seinen Amtsbrüdern eine heilige Messe. Regionaldekan Hans-Otto von Danwitz verlas die umfangreichen Dankesworte von Bischof Heinrich Mussinghoff, der Heinrich Bongard als „Seelsorger mit Herzblut” bezeichnete, für den seine Berufung Lebensaufgabe gewesen sei. Er könne in Gott vertrauen, „dass die Saat aufgeht, die Sie in die Herzen der Menschen gepflanzt haben”.

„Sehnsucht nach Religion”

In seiner Predigt fügte Propst Bongard eine weitere Saat hinzu: Mit dankbaren und gleichzeitig kritischen Worten widmete er sich seinem abgeschlossenen Lebensabschnitt und dem „Zustand” von Kirche und Gesellschaft. Ein neuer Aufbruch stünde bevor, es gebe eine „Sehnsucht nach Religion”, nach dem, „was jenseits banaler Gegenwart zu finden ist.”

Nach 26 Jahren zieht Heinrich Bongard aus dem Pfarrhaus von St. Mariä Himmelfahrt aus und privatisiert als Seelsorger im neuen Wohnsitz nahe der Rochuskirche.