Aldenhoven: Schulfrage soll „ergebnisoffen“ angegangen werden

Aldenhoven: Schulfrage soll „ergebnisoffen“ angegangen werden

Die Gemeinde Aldenhoven wird nach dem Scheitern der Gesamtschule Aldenhoven/Linnich erst dann wieder schulpolitisch aktiv werden, wenn die Info-Veranstaltungen für die Drittklässler-Eltern am 13. und 14. März Klarheit über deren Wünsche ergeben haben.

Bürgermeister Lothar Tertel vor dem Gemeinderat: „Ich will wissen, was die Eltern wollen.“ Dann werde er mit der Bezirksregierung Köln die möglichen Alternativen erörtern. Das Verfahren, so kamen die Fraktionen überein, soll „ergebnisoffen“ ablaufen. Eine erste politische Willensbildung mit Beschlüssen soll dann auf der Sitzung des Schulausschusses am 21. März erfolgen.

Die Existenz weiterführender Schulen in der Gemeinde ist akut gefährdet. Die Hauptschule kann zum Schuljahr 2013/15 nur noch eine Eingangsklasse bilden, die Realschule ebenfalls — und das nur mit einer Sondergenehmigung, die von der Bezirksregierung schon in Aussicht gestellt worden. Nur etwa drei Dutzend der Viertklässler werden ab Sommer dann in Aldenhoven weiter zur Schule gehen.

Heftig diskutiert wurde der versuch der CDU, eine schulpolitische Stellungnahme über die Grundschulen an die Eltern zu verteilen. Dabei wurden sich, so befand Wolfgang Klems (CDU), im Ratssaal „die Frechheiten um die Ohren gehauen“.

Während Fraktionschef Reinhard Paffen betonte, er habe sich „keinesfalls rechtlich unkorrekt“ verhalten, warf ihm Dieter Froning von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) „Rechtsbruch“ vor. Die CDU, so Froning und Willi Zander von den Freien Liberalen“ habe sich über das NRW-Schulgesetz hinweggesetzt. Nach Paragraph 99 ist „Werbung, die nicht schulischen Zwecken dient, in der Schule grundsätzlich unzulässig“. Dies gelte auch für politische Werbung. Fronings Vorwurf: „Sie wollten die Kinder dafür missbrauchen.“ Und Zander forderte Paffen auf: „Nehmen Sie Ihren Hut als Fraktionsvorsitzender!“

SPD-Fraktionsvorsitzender Udo Wassenhoven hielt der CDU vor, sie erkläre in der Stellungnahme alle Akteure in Aldenhoven und Linnich für „unfähig“ — auch die Linnicher Christdemokraten.

Paffen konterte, in der Stellungnahme werde man „nichts finden, was definitiv nicht stimmt.“ Er erneuerte seine Kritik, dass die Eltern nicht hinreichend informiert seien. Und wenn jetzt bei den Eltern ein Stimmungsbild ermittelt werden solle, dann seien das noch keine Anmeldezahlen.

Während die CDU weiterhin nur die Sekundarschule für eine realistische Option hält, bevorzugen die anderen Fraktionen einen zweiten Anlauf zur Gründung einer Gesamtschule mit der Nachbarstadt Linnich.

(gep)
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