Besuch einer Holocaust-Überlebenden: Schüler lernen, sich Rassismus zu widersetzen

Besuch einer Holocaust-Überlebenden : Schüler lernen, sich Rassismus zu widersetzen

Ein beeindruckendes Projekt am Jülicher Berufskolleg endete nach den Osterferien mit dem Besuch einer Holocaust-Überlebenden.

Dass die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nicht nur ein bloßes Paradigma ist, sondern am Berufskolleg Jülich auch gelebt wird, stellt ein vor den Osterferien organisiertes Projekt eindrucksvoll unter Beweis.

Das vor allem von den beiden Schülersprechern Bilal Salim und Eva-Maria Wiesmath sowie dem Lehrerteam Veronica Müller, Dunja Radermacher und Andre Heinen organisierte Projekt, endete mit einer großen Ergebnispräsentation der beteiligten Schüler.

Im Fokus der Themenpräsentation stand neben der Information über den jeweiligen Sachverhalt stets die persönliche Betroffenheit der Besucher. So wurden beim Thema Mobbing neben statistischen Daten eindrucksvolle, selbstgedrehte Videos über das Thema gezeigt, die deutlich zum Ausdruck brachten, inwiefern sich die Schüler mit dem Thema Zivilcourage beschäftigt haben. Darüber hinaus gab es eine Mitmachaktion über das Schubladendenken sowie einen Life-Smartmob auf dem Schulhof, der demonstrieren sollte, wie man als Gemeinschaft auch in vermeintlich ungewöhnlichen Situationen zusammenstehen kann.

Dass Kulturen in kulinarischer Hinsicht sowie im Bereich Beauty und Fashion voneinander lernen können, demonstrierte das Thema „Unsere Welt richtig kennenlernen“. Zum einen kochten 20 verschiedene Nationen miteinander verschiedene Gerichte in der hauseigenen Küche, zum anderen fanden in der Aula Workshops statt, in denen erklärt und ausprobiert wurde, wie Henna-Tattoos aufgezeichnet, Kopftücher gebunden und das Styling durch perfektes Make-up abgerundet werden kann.

Eindrucksvoll geschildert wurden auch die Erlebnisse und Eindrücke rund um das Thema „Flucht und Vertreibung – Gestern und Heute“. Unterstützend dazu stand der Missio-Truck eine Woche zur Verfügung. Neben der Vorstellung von Zeitzeugenberichten über eine App und einem selbst geführten Interview mit einer Zeitzeugin aus Jülich ergänzte ein Film über die Geschichte und die Erlebnisse der Schüler, die am BKJ einen Migrationshintergrund haben, nebst Flyer und einer Karte der Heimatländer dieses Thema.

Mit diesen neuen Eindrücken sowie den Kenntnissen über die Geschichten anderer Schüler wird der Besuch der Zeitzeugin Henriette Kretz, die als Kind einer jüdischen Familie im polnischen Stanisławów geboren und nach dem Überfall der Wehrmacht auf Polen 1939 mit ihrer Familie ständig fliehen musste, den NS-Terror aber überlebte, den Abschluss des Projekts bilden.

Die Gespräche mit Henriette Kretz, die nach den Osterferien stattfinden werden, geben den Schülern die Möglichkeit, diese unmenschlichen Erlebnisse des Zweiten Weltkriegs aus erster Hand zu erfahren.

Mehr von Aachener Nachrichten