Historisches Löschfahrzeug: Schophovener machen ihre „Omma“ fit

Historisches Löschfahrzeug : Schophovener machen ihre „Omma“ fit

Wie ein richtiges Familienmitglied hat der alte Magirus Rundhauber in der Florianstube der Löschgruppe Schophoven einen Ehrenplatz in der Fotogalerie. Auf dem alten Bild sind Feuerwehrleute mit ihren Kindern zu sehen, die Kinder sind zum Teil jetzt selbst aktive Blauröcke.

Das alte Löschfahrzeug liegt den Feuerwehrleuten aus Schophoven sehr am Herzen, so sehr, dass sie den vor 20 Jahren bereits ausrangierten Wagen vor einiger Zeit zurückgekauft haben. Das erzählte Löschgruppenführer Wilhelm Odenthal im Rahmen des Feuerwehrfestes. Im Jahr 1954 wurde der Magirus als Löschfahrzeug für das Kraftwerk Weisweiler angeschafft, 20 Jahre später kaufte die Gemeinde Inden den Wagen auf und stellte ihn der Löschgruppe Schophoven zur Verfügung. Schon damals werkelten die Schophovener an dem in die Jahre gekommenen Fahrzeug herum, lackierten es und bauten einen neuen Unterstand.

Liebevoller Beiname des Magirus Rundhaubers aufgrund seines Alters: die „Omma“. „Im Dorf hieß es schon mal: ‚Wenn die Omma kommt, ist das Feuer aus‘“, lacht Wilhelm Odenthal. Trotzdem tat das Gerät seinen Dienst — bis 1995 ein neues Löschfahrzeug in Dienst genommen wurde. Die „Omma“ wurde an einen Sammler verkauft, der sie restaurieren wollte, was aufgrund fehlender finanzieller Mittel nie geschah.

Spenden gesammelt

So rostete das Altertümchen in einer Halle in Würselen vor sich hin — bis seine ehemaligen Besitzer es über ebay-Kleinanzeigen ausfindig machten und für den Freundschaftspreis von 3000 Euro zurückkauften. Dafür warben die Schophovener Wehrleute Spenden ein und gaben auch aus dem privaten Portmonee einiges dazu. Nun überreichte auch Verena Schnorr, Filialleiterin der Sparkasse in Inden/Altdorf einen Scheck in Höhe von 1500 Euro. Die Dienste der Freiwilligen Feuerwehren seien in den kleinen Orten unverzichtbar, lobte sie. Zumal die „Omma“ nicht nur zu Kameradschaftszwecken dienen soll. „Wir werden sie auch wieder einsetzen, wenn die Restauration abgeschlossen ist“, so Wilhelm Odenthal. Natürlich nicht bei Notfällen, aber beispielsweise, wenn ein Keller ausgepumpt werden muss.

Außerdem sei die „Omma“ ein „bewegliches Kulturgut der Dorfgeschichte“. Die Einsätze für die Feuerwehr haben sich in diesem Jahr indes gehäuft: im ersten Halbjahr 2018 waren es bereits 15 — so viele wie sonst in einem ganzen Jahr. Dies ist zum Teil dem Wetter geschuldet — Flächenbrände und Hochwassereinsätze zählten dazu. Eine immense Aufgabe für eine so kleine Löschgruppe wie Schophoven mit zwölf aktiven Mitgliedern, 5 Jugendlichen und einigen Kameraden in der Ehrenabteilung. Ihre Glückwünsche zur Rückkehr der „Omma“ überbrachten Bürgermeister Jörn Langefeld, Staatssekretär Thomas Rachel, Ortsvorsteher Matthias Hahn, Matthias Dienstknecht als Wehrleiter der Gemeinde Inden sowie Ratsmitglied Hella Rehfisch.

(dol)
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