Jülich: Schnellere Hilfe bei Bergschäden

Jülich: Schnellere Hilfe bei Bergschäden

Betroffene wissen, wie schwierig und langwierig es ist, eine Entschädigung für einen Bergschaden zu erhalten. Schon für relativ geringe Beträge wird monate-, oft auch jahrelang untersucht und verhandelt. Diese Zeiten, glaubt der Verband bergbaugeschädigter Haus- und Grundeigentümer, ist nun vorbei.

Durch die Einrichtung einer Anrufungsstelle in Jülich, wo nun anlässlich des 50-jährigen Bestehens des VBHG auch eine Bilanz gezogen wurde.

Privatpersonen, kleine und mittlere Handwerks-und Geschäftsbetriebe, deren Eigentum im Sümpfungsbereich des Braunkohlenbergbaus liegt und an denen Schäden entstanden sind, deren Ursache sie in den bergbaulichen Einwirkungen vermuten, haben künftig mehr Rechtssicherheit. Dies betonte Detlev Finke, Verbandsgeschäftsführer in Jülich. In Verhandlungen mit RWE Power, die der VBGH unter Einbeziehung des Braunkohlenausschuss tätigte, wurden Transparenzverbesserungen und Beschleunigungen im Schadensprüf- und Stellungsnahmeverhalten von RWE erreicht, die nicht nur für Verbandsmitglieder, sondern auch für die 22 rheinischen Kommunen und deren Grundeigentümer gelten.

Der Gang zur neuen Anrufungsstelle setzt voraus, dass vorausgegangene Einigungsversuche mit RWE aus Sicht des Geschädigten nicht zu einem befriedigenden Ergebnis geführt haben. Vor dem für den Antragsteller kostenlosen Verfahren erreichte der VBHG nach eigener Aussage aber nun eine verbindliche Erledigungsfrist für die Bergwerkgesellschaft. Innerhalb von zwölf Wochen muss RWE nun, nach Zustimmung des Eigentümers, Bodenuntersuchungen vorgenommen haben, wenn unter dem Haus Grundwaserabsenkungen und damit einhergehende Bodenschichten-Verschiebungen vermutet werden.

„Klare Hinweise sind dann die Setzrisse”, erklärte Markscheider Volker Baglikow. Die entsprechenden Ergebnisse müssen sofort dem Hauseigentümer übergeben werden. „Nicht erst dann, wenn ein schriftlicher Abschlussbericht vorliegt”, sagte Verbandsdirektor Johannes Schürken.

Bürger in den Mitgliedskommunen Düren, Inden, Jülich, Linnich, Merzenich, Niederzier, dem Kreis Heinsberg sowie die kreisangehörigen Städte Erkelenz und Hückelhoven haben bei Verdacht von Bergschäden kostenlos die Möglichkeit, direkt die Fachleute des Verbandes in Gang zu setzen. „Wenn unsere Bauingenieure und unsere Marktscheider sagen, dass es ein Bergschadensfall ist, dann hat RWE dies noch in keinem Fall abgestritten”, sagt Schürken.

Nach dessen Aussage musste der Bergbaubetreiber im Jahre 2009 rund 900 Fälle bearbeiten. 75 Prozent davon stellten sich nach Prüfung durch VBGH und auch RWE als nichtig heraus. Dass die technischen Vorprüfungen durch den VBHG fast immer zu einem befriedigenden Ergebnis „für beide Seiten führen”, dies wurde in Jülich nachhaltig unterstrichen.

Die Zahl der gemeldeten Bergschäden nimmt zu, auch in der Gemeinde Aldenhoven - doch die trat aus dem Verband aus.