Stetternich: Schanzeremmele tauchen ein in ein jeckes Meer in Blau und Weiß

Stetternich : Schanzeremmele tauchen ein in ein jeckes Meer in Blau und Weiß

Die Karnevalsgesellschaft Schanzeremmele, seit Jahrzehnten Garant für hervorragendes und gepflegtes Karnevalsbrauchtum, veranstaltete am frühen Samstagabend ihre große Kostümsitzung, gespickt mit zahlreichen Stars aus dem rheinischen Karneval.

Zahlreiche bunt kostümierte Narren aus Nah und Fern trafen sich im Stetternicher Narrentempel, um für einige Stunden die Sorgen des Alltags zu vergessen und gemeinsam viel „Spaß an d’r Freud“ zu haben. Angeführt von einem gut aufgelegten Sitzungspräsidenten Willi Goder hielten der Elferrat und das Schanzeremmele-Dreigestirn Prinz Michael II. (Rahmen, Jungfrau Thea (Theo Müller) und Bauer Matthes (Hoven) mit dem Sessionsmotto „Ob Borussia oder Effzeh, osser Hätz schlät vür de KG“ Einzug und tauchten ein in einem Meer aus Blau und Weiß .

Die Funkengarde aus Erkelenz, Traditionscorps mit Herz von 1832, begleitete die gastgebende Karnevalsgesellschaft Schanzeremmele auf die Bühne, wo sich die Garde unter dem Kommando von Marcel Friedrich Pangels mit Schwung und Akrobatik in die Herzen der Sitzungsbesucher tanzte. Nach diesem fulminanten Auftakt betrat der „Mann für alle Fälle“ Guido Cantz die Bühne. Der bekennende „Porzer“ betrachtete die Politik und das aktuelle Weltgeschehen aus seine, ihm unverkennbare Art des tiefgründigen Humors, wobei auch Donald Trump nicht ungeschoren davonkam.

Blondschopf Cantz, in rotem Anzug gekleidet, wusste den Nerv der Stetternicher Narren zu treffen und begeisterte mit gekonntem Wortwitz. Dem Humoristen, der für seinen Beitrag eine Rakete erntete, folgte mit Cat Ballou die derzeit „poppigste“ Band aus Köln. Die vier Vollblutmusiker Oliver, Domminik, Kevin und Hannes brachten einige ihrer Hits zu Gehör, wie zum Beispiel „Et jitt kei Word“ und „Hück steht de Welt still“. Das närrische Auditorium honorierte den Auftritt der Band ebenfalls mit einer Rakete. Bekannt als die „Dame mit dem Zungenschlag eines Leguans“ nahm Lieselotte Lotterlappen (Joachim Jung) spontan und urkomisch jeden im Festzelt aufs Korn, der sich „vor der Bühne bewegte“.

Impulsiv und schlagfertig, unberechenbar und leicht frivol eroberte die „Comedy-Dame“ die Bühne und hatte die Lacher auf ihrer Seite. Zum Abschluss bewies Jung mit Stimmungsliedern, dass er nicht nur reden kann, sondern auch Singen und Trompete spielen kann. Die KG-eigene Tanzgruppe „Edelzicken“, trainiert von Ute Marischat und Manuela Gierkens, legte mit fetzigem Showtanz eine kesse Sohle aufs Parkett, die mit einer Rakete belohnt wurde. Wer kennt sie nicht: „Et fussisch Julchen“. Mit Marita Köllner stand in Stetternich eine Frau am Mikrofon, die aus dem Kölner Karneval nicht mehr wegzudenken ist.

„Denn mir sin kölsche Mädcher“

In ihrem Stimmungsliedervortrag dürfte der Hit „Denn mir sin kölsche Mädcher“ nicht fehlen. Der „obligatorische“ Perückentausch erfolgte in diesem Jahr mit der Stetternicher Jungfrau Thea. Krankheitsbedingt fiel der Bühnenvortrag vom „Hocker Rocker“ Markus Krebs aus. Doch das kann einen wortgewandten Sitzungspräsidenten Willi Goder nicht aus der Ruhe bringen. Schnell wurde improvisiert und Vorstandsmitglied Richard Schumacher sang das dat Schänzje-Lied „Schänzje maache kann net jede“, worauf man im Festzelt mitsang und -schunkelte. Tänzerische Vielfalt und Akrobatik pur präsentierte das Tanzcorps Fidele Sandhasen Oberlar. Mit Schmiss und Charme überzeugten die vielen Aktiven unter dem Kommando von Moritz Windhorst auch in Stetternich.

Die beiden folgenden Auftritte der 5 kölsche Power-Mädchen, den „Funky Marys“, und den 5 Jungs von der Schäl Sick der Band „Miljö“ forderten dann auch den vollen Einsatz des Publikums, das mitklatschte, mitsang und mitschunkelte. Mit hervorragender Technik des Bauchredens präsentierte sich Klaus Rupprecht und sein frecher Affen „Willi“, der zu vorgerückter Stunde eine volle Prise gekonnten Humors verschoss und spontan auch die Sitzungsgäste auf die Schippe nahm. Rupprecht lobte die ausgesprochen gute Disziplin der Zuhörer während seines Vortrags, was leider nicht überall der Fall ist, so der Bauchredner.

Bevor die Original Eschweiler zum Finale einer rundum gelungenen Kostümsitzung im Big Band Sound aufspielte, brachte das Tanzcorps „Blaue Jungs“ Köln unter dem Kommando von Markus David noch einmal richtig Schwung ins Festzelt. Das Kölner Traditionscorps, seit über 66 Jahren auf den rheinischen Bühnen zu Hause, überzeugte mit raffinierten Hebefiguren und choreographisch clever erstellten, abwechslungsreichen Showbildern zu Kölsche Leedchere. Für die musikalische Begleitung während der gesamten Sitzung zeichnete sich die Sitzungskapelle MK-Band aus Köln unter der Leitung von Michael Kuh l verantwortlich.

(ma.ho)