Jülich: Roboter versenken in Jülich zielsicher Bälle

Jülich: Roboter versenken in Jülich zielsicher Bälle

Zwei Lego-Roboter, ein 2 x 2 Meter großes Feld und drei Minuten Spielzeit, dazu zwei Bälle und ein Korb: Das ist Roboter-Basketball im Gerling-Pavillon auf dem FH-Campus Jülich. Zwei gegnerische Roboter beginnen ihren Lauf in unterschiedlichen Ecken des quadratischen Spielfeldes.

Ein wechselnd positionierter Korb muss gefunden werden, um den Ball abzulegen. Die Roboter starten, der eine ist schneller, erreicht den Korb, und — Ladehemmung — der Wurf misslingt. So einfach scheint es nicht zu sein. Ist der Wurf geglückt, marschiert der Roboter in die gegenüberliegende Ecke, um einen neuen Ball entgegenzunehmen. Die Aufgabe lautet, möglichst viele Bälle in drei Minuten zu versenken. 16 Teams treten gegeneinander an, Schüler und Studenten.

Der Wettbewerb ist der Abschluss der Veranstaltung „Robotik-Programmierung eingebetteter Systeme“ an der Fachhochschule und ein Angebot in dem Wahlpflichtbereich Robotik im Rahmen des Dualen Studiums „Scientific Programming“ mit den Schwerpunkten Mathematik und Informatik. Das Duale Studium bringt im Erfolgsfall zwei Abschlüsse in drei Jahren (Bachelor of Science und Mathematisch technischer Software-Entwickler). Die Studienorte sind Köln im Technologiepark Müngersdorf, RWTH Aachen und das Forschungszentrum Jülich. Teilnehmer des Wettbewerbs sind aber auch Schüler unterschiedlicher Altersstufen. Das Gymnasium Haus Overbach aus Jülich beteiligt sich sowie das bischöfliche Gymnasium St. Ursula aus Geilenkirchen.

„Dabei sein ist alles“, sagt Lehrer Florian Dicke, der Schüler von der 6. bis 9. Klasse der Robotik-AG in Geilenkirchen betreut. Die Roboter sollen sich beim Spiel selbstständig in der Umgebung zurechtfinden. Wie das geht, woher der Roboter seine Informationen erhält, ist dem Konstrukteur überlassen. Das funktioniere mit Lichtsensoren, erklärt Falk Offergeld (Student), dadurch erkenne er unterschiedliche Felder. Oder aber Schallsensoren kommen zum Einsatz, die eine Entfernung messen können und damit den Korb suchen.

Felder und Linien helfen bei der Orientierung. Die Einstellung des Roboters sei jedem selbst überlassen — und das ist die „wahre Kunst“. Schließlich siegt derjenige, dessen Roboter mit der besten Konstruktion die meisten Körbe legt. Auch Strafpunkte gebe es, falls der Roboter aus dem Feld herausfahre oder blockiere.

Gedrungen gegen schlank

Jeder habe eine andere Technik. Auch das Erscheinungsbild der Roboter sieht unterschiedlich aus. Da kämpfen gedrungene Konstruktionen gegen schlanke, nach oben strebende Bauten. Die Teile stammen ausschließlich aus dem Lego Standard Kasten, so Offergeld. Ulrich Plum, Lehrer der Robotik AG am Gymnasium Haus Overbach, freut sich über die Begeisterung seiner Schüler, nach der Lösung von Problemen zu suchen. „Wenn wir es schaffen, nur einen Schüler für das Ingenieursstudium zu interessieren, dann haben wir gewonnen“, verdeutlicht Plum ein Ziel der Veranstaltung.

Den Robotikwettbewerb im Gerling Pavillon gewann das Team „Herr der Roboter“ (Studenten des Forschungszentrums Jülich) gegen das Team „Woid“, Studenten des Studienorts Köln der FH Aachen. Den dritten Platz belegten die „Botinatoren“ vom Gymnasium St. Ursula in Geilenkirchen.