Aldenhoven: Ralf Claßen gewinnt Aldenhovener Bürgermeister-Duell deutlich

Aldenhoven: Ralf Claßen gewinnt Aldenhovener Bürgermeister-Duell deutlich

Zum ersten Mal seit 15 Jahren hat Aldenhoven wieder einen CDU-Bürgermeister. Ralf Claßen hat die Stichwahl um den Bürgermeisterposten gegen den parteilosen Stephan Spaltner, der für die SPD angetreten ist, gewonnen.

Deutlich, schließlich konnte Claßen im zweiten Durchgang der Bürgermeisterwahl 66,6 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. Seinen ersten Arbeitstag als Chef der Aldenhovener Verwaltung hat der 49-Jährige kommende Woche Dienstag, zwei Tage vor der nächsten Ratssitzung. „Ich habe natürlich gehofft, dass die Reihenfolge aus dem ersten Wahlgang bleibt“, sagte Claßen. „Aber dass es so deutlich ausgefallen ist freut mich natürlich sehr.“ Claßen hatte schon in der ersten Runde zwei Wochen vorher deutlich die Nase vorne. 45,6 Prozent der Stimmen hatte er da geholt, als neben ihm und Spaltner auch noch Amtsinhaber Lothar Tertel zur Wahl stand. Für die einfache Mehrheit, die bei einer Bürgermeisterwahl entscheidend ist, hatte es aber nicht gereicht.

Diesmal reichte es deutlich, weil Claßen den Vorsprung aus der ersten Wahl ausbauen konnte. Offenbar hatten sich mehr Wähler, die zuvor für Tertel gestimmt hatten, diesmal für Claßen entschieden. Im Vergleich zur ersten Wahl hatte Claßen ein Stimmenplus von 793, während Spaltner auf 81 kam. „Damit, dass er gewinnt, hatten wir gerechnet“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel. „Aber dass er so deutlich gewinnt, das ist ein großartiges Ergebnis.“

Das musste auch Konkurrent Stephan Spaltner anerkennen. Zumindest in der letzten halben Stunde vor der Entscheidung war der SPD-Kandidat so gut wie chancenlos. Auf der Leinwand im Sitzungssaal des Rathauses war der Balken, der die Stimmen für Claßen symbolisierte, immer deutlich größer als seiner.

Als die Ergebnisse der zwei großen Stimmbezirke aus dem Zentralort eingeblendet wurden, ging ein leises Raunen durch den vollen Ratssaal. In diesen Bezirken ist die SPD traditionell stark. Spaltner konnte einen gewinnen, aber nicht beide. „Das reicht“, war eine Frauenstimme unmittelbar hinter Claßen halblaut zu hören. Rachel machte eine beschwichtigende Handbewegung, Claßen bedeutete dem CDU-Gemeindeverbandsvorsitzen Leo Neulen, ihm die Blumen noch nicht zu überreichen. An den wie versteinert wirkenden Minen der SPD-Riege um Spaltner und den Ortsvereinsvorsitzenden Raoul Pöhler war aber abzulesen, dass sie spätestens in diesem Moment geschlagen waren. Wenige Minuten später war Spaltner einer der ersten Gratulanten am Anfang des halbstündigen Händeschüttelmarathons für Claßen.

Für das Wahlteam um Amtsleiter Horst Wassenhoven endete am Sonntag „ein Superwahljahr mit drei Wahlen, die organisatorisch gut funktioniert haben“. Wassenhoven bedauerte die geringe Beteiligung von 44,7 Prozent, während Rachel betonte, dass dieser Wert für eine Sichtwahl noch „erstaunlich hoch ist. Ich kenne Stichwahlen mit unter 30 Prozent.“