Jülich: Pfarrei Heilig Geist sendet Sternsinger aus

Jülich : Pfarrei Heilig Geist sendet Sternsinger aus

„20C+M+B+18“ — diese Zahlen, Zeichen und Buchstaben werden in den ersten Tagen des Jahres an vielen Haus- und Wohnungstüren angebracht. Die königlichen Hoheiten aus dem Morgenland, hierzulande besser als Sternsinger bekannt, verteilen den Segenswunsch an Familienheime, die diesen gerne entgegennehmen möchten.

Eingerahmt von Jahreszahlen bedeuten die Buchstaben nicht, wie oft angenommen, die drei Königsnamen Caspar, Melchior und Baltasar, sondern die Abkürzung für das lateinische Christus mansionem benedicat — Christus segne dieses Haus. Das Sternchen symbolisiert den Himmelstern, den die Könige/Weisen, der Überlieferung nach, gefolgt sind. Die drei Kreuze schließlich stehen für einen Segen in Namen der Dreifaltigkeit.

Viele kleine Königinnen und Könige aus allen Gemeinden der Pfarrei Heilig Geist nahmen ihren Dienst wahr und versammelten sich feierlich in der Jülicher Propsteikirche St. Mariä Himmelfahrt zum Aussendungsgottesdienst.

Aussendung der Sternsinger

Die diesjährige Sternsingeraktion steht unter dem Motto: „Segen bringen — Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit. In Indien und weltweit“.

Im Wortgottesdienst wurde den Kindern und allen Versammelten nochmals veranschaulicht, wie gravierend die Unterschiede in der Lebensqualität eines Kindes sein können, manchmal nur vom Geburtsort abhängig. Fast alle der anwesenden Mädchen und Jungs gaben zu, dass sie gerne Jeans tragen. Die Kinder in Indien arbeiten oft sehr schwer, um solche Hosen herzustellen. Mit großem Enthusiasmus bestätigten viele der jungen Teilnehmer ihre Liebe zum Fußballspiel. Manche erzählten stolz von Vereinen, in denen sie kicken. Die Kinder in Indien müssen die Fußbälle in mühsamer, ausbeuterischer Arbeit zusammennähen. Kinder, die nur das große Pech hatten, in wirtschaftlich weniger entwickelten Regionen geboren zu sein.

Propst Josef Wolff unterstrich diese Missstände noch mit den Worten des Aachener Bischofs Dr. Helmut Dieser: „Armut schafft Kinderarbeit und Kinderarbeit schafft Armut“.

Bedächtig nahmen die jungen Gesandten die gesegnete Kreide, bedruckte Aufkleber und die Sterne auf ihren Missionsweg mit und verließen gemeinsam singend das Gotteshaus.

Feierliche Prezession

Begleitet von Propst Wolff zogen die Sternsinger in einer feierlichen Prozession durch die Stadt und überbrachten zuerst den für das neue Jahr erteilten Segen an das Rathaus und den Jülicher Bürgermeister Axel Fuchs. Dieser bedankte sich mit herzlichen Worten an die Überbringer. Er machte sie nochmals darauf aufmerksam, wie froh sie sein können, nach den Ferien wieder zur Schule gehen zu dürfen. Dieses Privileg vermissen nämlich viele andere Kinder, die stattdessen schwer arbeiten müssen.

Bürgermeister Axel Fuchs und Propst Wolff lobten die Mädchen und Jungs für ihren Dienst, durch welchen sie Segen bringend und Spenden sammelnd, anderen Kindern viel Gutes tun. Die Freude auf die bald wieder beginnenden Schultage kam unter den kleinen Gästen im Großen Rathaussaal vielleicht nicht ganz so deutlich zur Geltung, dafür aber die Begeisterung im Angesicht der süßen Brötchen und des heißen Kakaos, mit denen Jülichs erster Bürger aufwartete.

Es war eine willkommene Stärkung für den langen Weg im stürmischen Regenwetter, den manche von ihnen noch am gleichen, andere in den kommenden Tagen vor sich hatten. Einen Weg von Haus zu Haus, von Tür zu Tür, immer den Segen weitergebend und um einen Segen, einen kleinen Obolus für notleidende Kinder, bittend. Kinder wie sie.